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Ubuntu (Hardy Heron) / GNOME 2.22: Google Calendar mit Thunderbird / Lightning und Evolution
Ein paar kleine Tipps bzw. ein kurzer „Erfahrungsbericht“ zum Einbinden von Google Calendar in den eigenen Ubuntu- oder jeden anderen GNOME-Desktop:
Eines vorweg: Evolution mag ich nicht und will ich eigentlich nicht benutzen, mir ist die Kombination aus Thunderbird und der Lightning-Erweiterung lieber. Ganz abgesehen davon, daß ich diese Kombination auch auf der Arbeit verwende. (Auf der Arbeit läuft Thunderbird ohnehin rund um die Uhr, zu Hause ist das anders.)
Wir benötigen neben Thunderbird (aus den Ubuntu-Quellen) noch die Thunderbird-Extensions „Lightning“ und „Provider for Google Calendar“. Damit die offiziellen XPI-Pakete vom Lightning-Projekt[1] benutzt werden können, muß das Paket libstdc++5 (ebenfalls aus den Standard-Quellen) installiert werden. Wird das nicht getan, erhält man mit installierter Lightning-Extension eine ziemlich obskure Thunderbird-Oberfläche – das kann man gerne 'mal ausprobieren ![]()
Nach der Installation können Lightning und der Google Calendar Provider eingerichtet werden. Das ganze funktioniert bei mir ganz gut (inklusive Schreibzugriff auf den Google-Kalender), nur eine Sache fehlt mir jetzt noch: die Integration in das Clock-Applet im GNOME-Panel.
Dafür muß nun doch wieder Evolution herhalten, denn (nur) dessen Termine werden im Kalender – der bei einem Klick auf das Clock-Applet geöffnet wird – angezeigt. Evolution bietet zwar „echte“ Unterstützung für Google Calendar, aber die scheint zumindest bei mir nicht besonders gut zu funktionieren, ohne daß ich das jetzt weiter ausführen möchte.
Ich binde den Google-Kalendar also über die ICal-Funktion von Evolution ein, die allerdings nur lesenden Zugriff auf Remote-Kalender bietet. Bei Evolution heißt das ganze übrigens überall nur (Kalender) „Im Web“. Nun gut, auch kein großes Problem. Neuen Kalender anlegen, als Art „Im Web“ auswählen, einen Namen und eine Anzeigefarbe festlegen und noch die URL hineinkopieren. Keine sichere Verbindung, kein Benutzername. Die einzugebende URL erhält man über die Kalendereinstellungen in Google Calendar: Rechtsklick auf das ICal-Icon bei „Privatadresse“ [2] und „Link-Adresse kopieren“ auswählen.
So, nun hat auch Evolution (lesenden) Zugriff auf den Google Calendar und kann die Termine somit im Clock-Applet anzeigen. Pustekuchen! Tage mit Termin-Einträgen werden zwar im Popup-Kalendar fett dargestellt, aber im Gegensatz zu früheren GNOME-Versionen erscheint nach einem Klick auf einen solchen Tag keine Detail-Zeile mit Titel und Uhrzeit zu den Terminen mehr.
Na toll. Da basteln diese Idioten (diesen Begriff bitte nicht so ernst nehmen) die relativ überflüssige Funktion „Orte“ mit Weltkarte und Tageslichtanzeige sowie die Wetteranzeige in den Popup-Kalender hinein, aber die Termindetails schmeißen sie dafür raus?! Nein, nicht ganz: es gibt diese Funktion noch, sie ist nur standardmäßig deaktiviert und kann auch nicht über den Applet-Eigenschaften-Dialog eingeschaltet werden. Dafür muß man sich des Konfigurationseditors bedienen, der ebenfalls standardmäßig in keinem Menü auftaucht. Also entweder über die Kommandozeile starten
gconf-editor
![Screenshot vom Clock-Applet mit geöffnetem Popup-Kalender [Screenshot vom Clock-Applet]](/img/blog/gnome-kalender.gif)
Das Ergebnis: Termine aus Google werden im GNOME-Clock-Applet dargestellt
oder unter „System → Einstellungen → Hauptmenü“ in der Kategorie „Anwendungen / Systemwerkzeuge“ den Eintrag heraussuchen und durch Setzen des Häkchens sichtbar machen und anschließend über das Anwendungsmenü starten.
Dort den „Ordner“ bzw. Schlüssel /apps/panel/applets/clock_screen0/prefs auswählen und siehe da: Hier gibt es eine Handvoll expand_-Schlüssel, von denen der wichtigste expand_appointments ist. Hier und ggf. auf noch bei expand_birthdays und expand_tasks einen Haken setzen.
(Also, für kommende GNOME-Versionen würde ich ja vorschlagen, diese Option einfach in den Einstellungsdialog des Clock-Applets aufzunehmen … Ich bin sicherlich nicht der einzige, der die Funktion nützlich findet.)
Nun sind wir aber auch endlich fertig: In der „Hauptanwendung“ Thunderbird haben wir einen netten und mittlerweile auch ganz gut zu bedienenden Kalender mit lesendem und schreibendem Zugriff auf den Google-Kalender, dank Evolution brauchen wir nicht einmal eine besondere Anwendung zu starten, um einen kurzen Blick auf die anstehenden Termine zu werfen: Ein Klick auf die Uhrzeit im Panel reicht aus.
Erinnerungen
Der Punkt „Erinnerungen“ ist natürlich nicht ganz unwichtig. Und auch hier ist Evolution ein Pluspunkt: denn sobald der Desktop gestartet ist, läuft die Evolution-Termin-Überwachung und benachrichtigt uns über anstehende Termine. Anscheinend unterstützt Evolution die Benachrichtigungsarten „Popup“ und „E-Mail“[3]. Die Benachrichtigung erfolgt über ein einfaches Popup-Fenster, das immerhin auch eine Sleep-Funktion bietet.
Bei Thunderbird sieht es etwas anders aus: Hier scheint nur ein Alarm ausgelöst zu werden, wenn der bei Google eine Popup-Benachrichtigung eingestellt worden ist. SMS oder E-Mail werden anscheinend gänzlich ignoriert. Beim Anlegen gilt praktisch das gleiche. Wird in Thunderbird ein Termin mit Alarm angelegt, übernimmt Google Calendar diesen Alarm (nur) als Popup-Benachrichtigung; die bei Google eingestellte Standard-Benachrichtigungs-Methoden werden nicht angewendet. Das heißt also, daß ich Termine weiterhin direkt in Google Calendar eintragen muß, wenn ich (auch) per SMS benachrichtigt werden möchte. Schade, aber akzeptabel, da ich ohnehin nicht viele Termine eintrage, aber eben ohne großen Aufwand zu Hause und auf der Arbeit daran erinnert werden möchte, wenn doch 'mal was los ist.
[1] Es gibt auch in den Ubuntu-Quellen ein Lightning-Paket, aber mir ist es lieber, wenn Thunderbird-Extensions auch über die Update-Funktion von Thunderbird aktualisiert werden und nicht über die Distribution, die ohnehin immer etwas hinterherhängt.
[2] Der Kalender unter dieser Adresse enthält natürlich alle Termine. Es gibt auch die Möglichkeit, seinen Kalender freizugeben und dafür eine andere Adresse abzufragen. Dort sind dann nur die öffentlichen Termine enthalten.
[3] Bei E-Mail erscheint ein Hinweis, daß E-Mail-Benachrichtigungen nicht unterstützt werden, stattdessen ein Popup geöffnet wird.
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1.
alainwolf.ch: Ubuntu Gnome Clock-Applet und Thunderbird
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