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Der Mann meint es ernst: Lizenzpflicht für Pocket und Flipboard

Im Bild: lizenzfreie Lesezeichen
Im Bild: lizenzfreie Lesezeichen

Natürlich haben alle Google im Sinn, wenn über das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverlage geredet wird. Springer-Außenlautsprecher Christoph Keese hat dagegen immer wieder betont, dass das Vorhaben sich selbstverständlich nicht direkt oder nicht nur gegen Google richte. Andeutungen in Richtung von Feed-Readern und ähnlicher Software gab es häufig; jetzt hat Keese ganz konkret skizziert, wie er sich das vorstellt:

Wenn junge Leute ein neues Flipboard oder Readitlater bauen wollen, müssen sie die Rechte in fünf Minuten bei einem Café Latte im Sankt Oberholz zusammenklicken können. Das ist ein Fortschritt, denn heute müssen die Gründer dafür auf eine lange Deutschlandreise gehen.

Zur Erinnerung: Flipboard aggregiert Informationen (Artikel inkl. Bilder) aus öffentlich zugänglichen Feeds und Social-Media-Streams, etwa aus Twitter, Facebook oder Flickr. Inhalteanbieter können zudem an einem Partnerprogramm „Flipboard Pages“ teilnehmen, um Inhalte für Flipboard zu optimieren und mit Werbung zu versehen. Pocket (ehemals Read it later) ist ein Dienst, mit dem der Anwender Lesezeichen auf einem zentralen Server speichern und zu einem späteren Zeitpunkt auf einem beliebigen unterstützten Gerät, etwa dem Mobiltelefon, abrufen kann. Optional werden nicht nur Lesezeichen gespeichert, sondern die blanken, von Template-Ballast befreiten Inhalte – um so das Lesen vor allem auf Mobilgeräten zu erleichtern.

Dass Seitenbetreiber durchaus einen Nutzen davon haben, in einer so beliebten Anwendung wie Flipboard aufzutauchen, macht ein Abschnitt aus den FAQ zu Flipbaord deutlich:

What does Flipboard Pages do for me?

Flipboard has attracted a captive, savvy audience of social influencers and enthusiastic readers. By rendering your content into a more beautiful, more immersive format, your audience can grow and more people can share and like your content across the most popular social networks today. Additionally, Flipboard offers a powerful platform on which you can monetize your digital content via full-page, print-style ads.

Auf einmal Lizenzen dafür zu verlangen, kann man kaum als Fortschritt verkaufen. Aber gut. Wir werden sehen, welche Unternehmen diese Lizenzen einkaufen wollen. Wie eine Rechtsdurchsetzung in einem Anwendungsfall wie Pocket aussehen soll. Und ob auch Apple für die Reader-Funktionalität in Safari Lizenzgebühren entrichten müssen wird.

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