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		<title>Der kleine Gewi</title>
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		<description>Gedanken eines Geeks</description>
		<language>de-de</language>
		<copyright>Copyright André Gewert</copyright>
		<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 21:23:00 +0200</pubDate>
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			<title>Der kleine Gewi</title>
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		<item>
			<title>Netzneutralitot</title>
			<description><![CDATA[<p>Vor ein paar Jahren ging eine <a class="extern" href="http://www.gameswelt.de/sonstiges-aus-der-welt-der-spiele/special/seite-1,6844">Grafik</a> durch das Netz, die das vermeintliche zuk&uuml;nftige Gesch&auml;ftsmodell der Telekom-Konzernen zeigte: Neben einer &bdquo;Basis-Flatrate&ldquo; sollte die Nutzung verschiedener wichtiger Internet-Dienste eine zus&auml;tzliche Monatsgeb&uuml;hr kosten. Mit dabei nat&uuml;rlich beliebte Dienste wie Youtube, Facebook, Twitter, Tumblr und so weiter.</p>
<p>Nun wagt die Telekom den ersten Schritt in diese Richtung: Ab Mai sollen bei Neukunden DSL-Flatrates nach dem Vorbild der mobilen Datentarife nach einem verbrauchten festen Datenkontingent auf eine fast unbrauchbare Geschwindigkeit gedrosselt werden. Begr&uuml;ndet wird das als &bdquo;Notwenigkeit&ldquo;, um die Netzqualit&auml;t nicht unter wenigen Vielnutzern leiden zu lassen und andererseits &uuml;berhaupt den weiteren Netzausbau finanzieren zu k&ouml;nnen. Nun k&ouml;nnte man das tats&auml;chlich so stehen lassen, wenn das die ganze Wahrheit w&auml;re.</p>
<!-- break -->
<p>Die Telekom zeigt n&auml;mlich kein grunds&auml;tzliches Interesse, die Netzauslastung zu reduzieren oder Traffic zu vermeiden. Andernfalls k&auml;me man nicht auf die Idee, seinen eigenen IPTV-Dienst (nat&uuml;rlich in HD-Qualit&auml;t) wie irre zu bewerben und an die Kunden zu bringen&nbsp;&ndash; und diesen Traffic nicht in das Inklusiv-Kontingent einzubeziehen.</p>
<p>Das gleiche Prinzip kann man schon seit l&auml;ngerem bei den gedeckelten Mobilfunk-&bdquo;Flatrates&ldquo; beobachten: F&Uuml;r relativ wenig Geld erh&auml;lt man als Telekom-Kunde IPTV und Spotify-Flatrate; dar&uuml;ber anfallender Traffic ist ebenfalls nicht f&uuml;r die Drosselungsgrenze relevant.</p>
<p>Die Motivation kann also keine Reduzierung des Gesamttraffics sein, sondern nur die Reduzierung des Traffics, der &uuml;ber <em>Fremddienste</em> generiert wird. Und im Optimalfall kann man damit (endlich!) die gro&szlig;en Content-Anbieter &bdquo;erpressen&ldquo;, f&uuml;r eine &bdquo;Bevorzugung&ldquo; bzw. Nicht-Diskriminierung ordentlich zu zahlen. W&auml;hrend das f&uuml;r Google&nbsp;&amp; Co nicht zwingend ein finanzielles Problem ist, d&uuml;rften kleinere Anbieter und Startups eher darunter leiden.</p>
<p>Nebenbei: Nun werde ich ab Sommer kein Festnetz-Kunde bei der Telekom mehr sein, aber in den vergangenen zwei Jahren bei der Telekom hat beispielsweise Youtube niemals so richtig gut funktioniert&nbsp;&ndash; &uuml;ber den selben Anschluss bei einem anderen Anbieter und geringerer Bandbreite gab es &uuml;ber Jahre keinerlei Probleme. Die anhaltenden Probleme mit Youtube <a class="extern" href="http://stadt-bremerhaven.de/telekom-aeussert-sich-zu-youtube-ladezeiten/">sind der Telekom bekannt</a>, &uuml;ber die Gr&uuml;nde gibt es unterschiedliche Angaben und Vermutungen.</p>
<p>Einen guten &Uuml;berblick &uuml;ber verschiedene Kommentare zu diesem Thema findet man bei <a class="extern" href="https://netzpolitik.org/2013/drosselkom-kommentare-zur-abschaffung-von-flatrates-und-netzneutralitat/">netzpolitik.org</a>.</p><hr style="width: 20%; text-align: left">
<p>
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		Copyright &copy; Andr&eacute; Gewert, <a href="http://www.ubergeek.de/">www.ubergeek.de</a>&nbsp;&middot;
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			<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 21:23:00 +0200</pubDate>
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			<dc:creator>André Gewert</dc:creator>
			<category>IT</category>
			<category>Politik</category>
			<category>Telekom</category>
			<category>Netzneutralität</category>
		</item>
		<item>
			<title>Heuchler</title>
			<description><![CDATA[<p><img src="http://www.ubergeek.de/img/blog/Mime.jpg" alt="" width="480" height="200"><br>
<span class="caption" style="font-size: 0.7em">By &#1053;&#1080;&#1082;&#1080;&#1090;&#1072; &#1050;&#1072;&#1087;&#1088;&#1072;&#1085;&#1086;&#1074; (&#1060;&#1086;&#1090;&#1086;&#1075;&#1088;&#1072;&#1092;&#1080;&#1103; &#1074;&#1079;&#1103;&#1090;&#1072; &#1089; &#1089;&#1072;&#1081;&#1090;&#1072; http://mime.&#1089;om.ua)
[<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC-BY-SA-3.0</a> or <a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html">GFDL</a>], <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AMime.jpg">via Wikimedia Commons</a></span>
</p>
<p>Was bisher geschah: Die deutschen Presseverlage (nicht alle)
nutzen seit Jahren ihre Meinungsmacht, um Stimmung gegen Google und
dessen &bdquo;Raubrittertum&ldquo; zu machen. Dabei bedient man sich gerne
und zahlreich an L&uuml;gen, Unwahrheiten und &Uuml;bertreibungen,
Dramatisierungen und D&auml;monisierungen.<sup><a name="heuchler_l1" href="#heuchler_a1">[1]</a></sup> Ihr Ziel: Links auf Verlags-Webseiten sowie die Verwendung von Snippets daraus per
Gesetz lizenzpflichtig zu machen, um ein wenig Anteil zu haben am
Erfolg des &bdquo;gro&szlig;en Parasiten&ldquo; Google.</p>
<p>In der vergangenen Woche hat das Unternehmen Google&nbsp;&ndash; das
nat&uuml;rlich nicht mit einem Leistungsschutzrecht einverstanden ist und
zu recht darauf verweist, dass einerseits die Verlinkung als auch die
Verwendung von Snippets (nicht nur) deutschem Recht entspricht und
andererseits jeder Webseitenbetreiber die M&ouml;glichkeit besitzt, seine
Inhalte vollst&auml;ndig oder teilweise von einer Indexierung
auszunehmen&nbsp;&ndash; seinerseits eine <a class="extern" href="http://www.google.de/campaigns/deinnetz/">Kampagnenseite</a> gestartet.</p>
<p>Die Emp&ouml;rung in der Presse war erwartungsgem&auml;&szlig; genau so gro&szlig;
wie verlogen: Google w&uuml;rde seine Reichweite schamlos missbrauchen,
um eigene politische Ziele durchzusetzen und sei dabei doch selbst
die gr&ouml;&szlig;te Gefahr f&uuml;r die Pressefreiheit!</p>
<p>Nun hat der Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) eine
gro&szlig; angelegte Kampagne der deutschen Zeitungen angek&uuml;ndigt: &bdquo;Mit
Anzeigen, Plakaten und Spots wolle die Branche die St&auml;rken der
Zeitung als universales Qualit&auml;tsmedium in einer digitalen
Medienkultur st&auml;rker im Bewusstsein verankern.&ldquo; (Quelle: <a class="extern" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zeitungen-planen-grosse-Kampagne-fuer-eigene-Branche-1761633.html">Heise
online</a>)</p>
<p>Da stellt sich nat&uuml;rlich die Frage, was die angek&uuml;ndigte
Kampagne denn anderes sein soll als der klare Missbrauch der
eigenen Meinungsmacht und Reichweite. Und eine weitere Frage: Womit will die kommende Kampagne so
unertr&auml;gliche (und mit Unwahrheiten gespickte) Artikel wie <a class="extern" href="http://www.braunschweiger-zeitung.de/wirtschaft/wirtschaft_region/google-gefaehrdet-die-freie-presse-id724997.html">diesen</a> (Braunschweiger Zeitung) oder <a class="extern" href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/leistungsschutzrecht-von-googles-gnaden-11977949.html">diesen</a> (FAZ.net) noch toppen?</p>
<p>F&uuml;r mich steht eines fest: Wenn ich in einer der von mir
abonnierten Zeitungen einen Beitrag auf dem Niveau des verlinkten
Interviews aus der Braunschweiger Zeitung lesen muss, geht in genau dem Moment auch schon die K&uuml;ndigung
heraus. Das m&ouml;gen die betreffenden Zeitungen &uuml;berleben. Aber:
Journalismus auf diesem Niveau macht sich selbst &uuml;berfl&uuml;ssig.</p>
<hr align="left" style="width: 25%;">
<p><span style="font-size: 0.9em;"><sup><a name="heucher_a1" href="#heuchler_l1">[1]</a></sup> Der Journalist Stefan Niggemeier hat <a class="extern" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/">in seinem Blog</a> dazu einiges
Interessantes geschrieben.</span></p><hr style="width: 20%; text-align: left">
<p>
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			<pubDate>Tue,  4 Dec 2012 21:25:41 +0100</pubDate>
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			<dc:creator>André Gewert</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Die Tageszeitungen werden sterben - mit oder ohne Leistungsschutzrecht</title>
			<description><![CDATA[<p><img title="Verteidige Dein Netz" src="http://www.ubergeek.de/img/blog/verteidige-dein-netz2.jpg" alt="Verteidige Dein Netz" width="480" height="200"><br>
<span class="caption">Google fordert auf: <a href="https://www.google.de/campaigns/deinnetz/">Verteidige Dein Netz!</a></span></p>
<p>Die These: Die <strong>gedruckte</strong> Tageszeitung wird in &uuml;berschaubarer Zeit,
also vielleicht in zehn, vielleicht auch in 20 Jahren, sterben.
Zugegeben: sie wird nicht vollends sterben. Die Tageszeitung mag
irgendwann noch so allt&auml;glich sein wie Kutschen auf unseren Stra&szlig;en
oder wie es das Tragen von H&uuml;ten heute noch ist.</p>
<!-- break -->
<p>Zweite These: F&uuml;r die sinkenden Auflagen der Zeitungen ist weder
Google noch eine andere Suchmaschine verantwortlich. Die
Online-Angebote der Presseverlage profitieren im Gegenteil in hohem
Ma&szlig;e von Googles (nebenbei: &auml;u&szlig;erst kostenintensiven)
Dienstleistungen und von anderen Online-Diensten wie Rivva.</p>
<p>Kleine Preisfrage: Wann wurde zuletzt ernsthaft versucht, ein
kostenpflichtiges deutsches Nachrichten-Angebot im Internet zu
etablieren? Naaa? Genau. Es gab und gibt diese Angebote nicht. Allein
deshalb ist es reichlich absurd, immer wieder &uuml;ber eine angebliche
Kostenloskultur zu jammern. Der Beweis f&uuml;r die Behauptung, mit
Journalismus sei im Internet kein Geld zu verdienen, steht noch aus.
Andere Angebote &agrave; la iTunes und Google&nbsp;Play deuten eher darauf
hin, dass es sich bei der angeblichen &bdquo;Kostenloskultur&ldquo; um ein
modernes M&auml;rchen handelt. Kleiner Lesetipp dazu: <a class="extern" href="http://gutjahr.biz/2012/11/zeitungssterben/">Richard Gutjahr,
Zeitungssterben: Meine (sprichw&ouml;rtlichen) 5 Cent</a>.</p>
<p>Das aktuell konkret werdende sogenannte <a href="http://www.ubergeek.de/weblog/eintrag/793/Schutzrechte-in-Absurdistan">Leistungsschutzrecht f&uuml;r Presseverlage</a> trifft nun also
nicht nur den / die Falschen, sondern macht ein viel
un&uuml;berschaubareres und gef&auml;hrlicheres Fass auf: Wenn die
Verlagslobbyisten es tats&auml;chlich schaffen, ein solches Gesetz
durchzubringen, dann wird das in der Folge weitere Rufe nach einer
&bdquo;Entsch&auml;digung&ldquo; von allen denkbaren Seiten aus nach sich ziehen.
Presseverlage sind wei&szlig; Gott nicht die einzigen Inhalte-Lieferanten
im Internet. Die Politik h&auml;tte zumindest
Argumentations-Schwierigkeiten, diesen Rufen zu widerstehen. Letzten
Endes ist das Modell der Suchmaschinen gef&auml;hrdet. Vorher trifft es
noch Dienste wie Rivva und Pocket oder Flipboard (<a href="http://www.ubergeek.de/weblog/eintrag/795/Der-Mann-meint-es-ernst-Lizenzpflicht-fuer-Pocket-und-Flipboard">siehe auch hier</a>) &ndash; und
damit w&auml;re niemandem gedient.</p>
<p>Abschlie&szlig;end noch der Link zu Googles aktueller Kampagnenseite <a class="extern" href="https://www.google.de/campaigns/deinnetz/">&bdquo;Verteidige Dein Netz&ldquo;</a> sowie ein sehenswertes Video von <a class="extern" href="http://www.youtube.com/sempervideo">Sempervideo</a>:</p>
<iframe width="480" height="270" src="http://www.youtube.com/embed/Sm5Za58rkqg?list=UUCI6C8hD-hTZi2JEmS7zvQw&amp;hl=de_DE" frameborder="0"></iframe><hr style="width: 20%; text-align: left">
<p>
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			<pubDate>Sun,  2 Dec 2012 21:10:02 +0100</pubDate>
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			<dc:creator>André Gewert</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>An die Frauen: macht doch auch mal was mit Programmieren!</title>
			<description><![CDATA[<p>In der aktuellen Ausgabe des <a class="extern" href="http://www.freitag.de/">Freitag</a> findet sich ein kurzes
Interview mit Fatma Batur (<a class="extern" href="http://www.freitag.de/autoren/stina-hoffmann/so-frueh-wie2019s-geht">hier online zu lesen</a>), die nicht nur Mathematik und Informatik
studiert hat, sondern in ihrer Masterarbeit auch gezielt die
unterschiedlichen &bdquo;Einstellungen von deutschen und t&uuml;rkischen
Sch&uuml;lerinnen gegen&uuml;ber dem Studiengang Informatik&ldquo; untersucht
hat. In der T&uuml;rkei, so hei&szlig;t es in der Einleitung zum Interview,
sei der Frauenanteil in IT-Berufen deutlich h&ouml;her als in
Deutschland.</p>
<p>Frau Batur sieht hierf&uuml;r vor allem ein zentrales Problem:</p>
<!-- break -->
<blockquote>
<p>In erster Linie handelt es sich um ein soziokulturelles Problem.
Meine Familie stammt aus der T&uuml;rkei, wo Berufe zum Beispiel eher
geschlechtsneutral gesehen werden. Wenn ein M&auml;dchen einen
Ingenieursberuf erlernen m&ouml;chte, ist das selbstverst&auml;ndlich.</p>
</blockquote>
<p>Das ist ja auch meine Vermutung (<a href="http://www.ubergeek.de/weblog/eintrag/724/Wo-bleiben-denn-die-Frauen-in-den-IT-Berufen">siehe hier</a>). Die Folgerung daraus sollte
sein, dass wir als Gesellschaft lernen, anders mit der
Informationstechnik umzugehen, dass wir es eben auch als
selbstverst&auml;ndlich begreifen, wenn Frauen und M&auml;dchen sich f&uuml;r
&bdquo;Nerd-Themen&ldquo; begeistern (wollen) bzw. sie ermutigen, das zu tun.
(Mein Verdacht ist, dass viele Eltern noch immer glauben, es sei &bdquo;unschicklich&ldquo;,
wenn ihre Tochter viel Zeit am Rechner verbringt.)</p>
<p>Bemerkenswert ist dagegen der Ansatz, den Batur
w&auml;hlt, um die Attraktivit&auml;t von IT-Berufen f&uuml;r Frauen zu erh&ouml;hen:</p>
<blockquote>
<p>&Uuml;berraschend f&uuml;r mich war, dass t&uuml;rkische M&auml;dchen eigentlich
nie Programmieren im Zusammenhang mit Informatik genannt haben. Oft
hatten sie nur sehr vage Vorstellungen, was f&uuml;r T&auml;tigkeiten ein
Informatiker aus&uuml;bt. Das war im Kontrast zu den deutschen
Sch&uuml;lerinnen auff&auml;llig, die alle angaben, dass ein Informatiker
Programmieren muss. Deutsche Sch&uuml;lerinnen sehen den Beruf aber nicht
kreativ, sondern rein technisch.</p>
<p>An den Universit&auml;ten sollten die Lehrpl&auml;ne vielf&auml;ltiger werden,
indem man in den Seminaren oder Praktika inhaltlich mehr bietet als
Programmieren. Wenn die Studieng&auml;nge noch attraktiver w&auml;ren, was
Thematik und Vielf&auml;ltigkeit angeht, w&uuml;rden sich sicher mehr Frauen
daf&uuml;r begeistern.</p>
</blockquote>
<p>Dieses Schema kennt man leider schon. Die Uni L&uuml;beck
beispielsweise hat vor einiger Zeit eine Plakataktion <a class="extern" href="http://www.uni-luebeck.de/aktuelles/nachricht/artikel/mehr-frauen-fuer-das-studium-der-informatik.html">&bdquo;Women Wildly
Wanted&ldquo;</a> gestartet, um mehr Frauen in die Informatik-Studieng&auml;nge
zu locken. Und womit wird zu locken versucht? Mit einem <a class="extern" href="http://www.uni-luebeck.de/uploads/pics/110624lowkl_01.jpg">merkw&uuml;rdig
gestalteten Plakat</a> (mit ganz vielen Kussm&uuml;ndern!) und der Aussicht auf &bdquo;Design, Psychologie und
Ergonomie&ldquo;.</p>
<p>Ich halte das f&uuml;r problematisch. Nat&uuml;rlich ist Informatik vieles mehr als nur Programmierung, aber die genannten Herangehensweisen bedeuten das ewige Reproduzieren
immer gleicher Klischees&nbsp;&ndash; dabei gibt es doch <strong>nicht einen einzigen
Grund</strong>, weshalb Frauen schlechter oder gar nicht programmieren k&ouml;nnen
sollten.</p>
<p>Auf meine jetzige Stelle hat sich, soweit ich wei&szlig;, genau eine
Frau beworben. Bei der letzten Ausbildungsstelle sah es nicht besser
aus. In meinem vorherigen Unternehmen habe ich in fast zehn Jahren
keine Entwicklerin gesehen. In der Berufsschulklasse gab es immerhin
eine.</p>
<p>Statt aber Programmieren, Software-Entwicklung und -Design st&auml;rker
als ebenso f&uuml;r Frauen attraktive Berufsfelder zu bewerben, schimpft
ein Mafred Spitzer prominent platziert bei G&uuml;nther Jauch, Internet
und Computer machten uns dumm&nbsp;&ndash; und Universit&auml;ten machen aus dem
Informatik-Studium ein &bdquo;Malen am PC&ldquo; oder ein
Psychologie-Seminar. Ja, das macht bestimmt Lust auf IT.</p><hr style="width: 20%; text-align: left">
<p>
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			<pubDate>Sun, 21 Oct 2012 20:14:32 +0200</pubDate>
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			<dc:creator>André Gewert</dc:creator>
			<category>IT</category>
			<category>Politik</category>
			<category>Frauen</category>
			<category>Gender Gap</category>
		</item>
		<item>
			<title>Gelesen: Klick mich</title>
			<description><![CDATA[<p>Vor drei Wochen hat <a class="extern" href="http://www.juliaschramm.de/">Julia Schramm</a>, Mitglied des Bundesvorstandes
der Piratenpartei und eine der prominenteren Parteivertretern ihr
bereits seit l&auml;ngerem angek&uuml;ndigtes Buch ver&ouml;ffentlicht: <a class="extern" href="http://www.amazon.de/Klick-mich-Bekenntnisse-einer-Internet-Exhibitionistin/dp/3813504948/">&bdquo;Klick
mich&nbsp;&ndash; Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin&ldquo;</a>. Das
Buch ist aus zwei Gr&uuml;nden spannend f&uuml;r mich: Zum einen bin ich
(passives) Mitglied der Partei, die Schramm vertritt und zum anderen
bin ich nur wenig &auml;lter als die Autorin und geh&ouml;re damit der selben
&bdquo;Generation Internet&ldquo; an, von der das Buch erz&auml;hlen soll. Anlass
genug, mir die Kindle-Ausgabe zu schnappen und an dieser Stelle eine
kurze Bewertung abzugeben. (Auf die politische Diskussion, die diese
Buchver&ouml;ffentlichung entfacht hat, m&ouml;chte ich hier nicht weiter
eingehen.)</p>
<!-- break -->
<p>Laut Eigenbeschreibung erz&auml;hlt &bdquo;Klick mich&ldquo; Schramms
Geschichte. &bdquo;Was sie macht. Wie sie lebt. Wie sie denkt.&ldquo; Und das
Grundkonzept klingt erst einmal durchaus ansprechend: In kurzen
Episoden erz&auml;hlt die Autorin, welche Erfahrungen sie in
verschiedenen pers&ouml;nlichen Entwicklungsstufen, in unterschiedlichen
Rollen und unter wechselnden Pseudonymen im und au&szlig;erhalb des
Internets gemacht hat: Schramm als kindliche &bdquo;chloe.f.f.w&ldquo;, als
pubertierende &bdquo;jade&ldquo; und unter ihrem bekanntesten Pseudonym
&bdquo;laprintemps&ldquo;.</p>
<p>Nach dem einleitenden Vorwort (&bdquo;Mein Name ist Julia und ich lebe
im Internet.&ldquo;) beginnt Schramm also, aus pers&ouml;nlichen Erfahrungen
heraus ihr Verst&auml;ndnis des &bdquo;digitalen Zeitalters&ldquo; und ihre
Ansichten zu ganz unterschiedlichen politischen Themen zu schildern.
Dabei wird Schramm allerdings weder &uuml;berm&auml;&szlig;ig pers&ouml;nlich (nichts
ist es mit den angek&uuml;ndigten Bekenntnissen!), noch steigt sie in
eines der angesprochenen Themen tiefer ein. So kratzt sie bestenfalls
an der Oberfl&auml;che vieler Themen, die in der sogenannten
&bdquo;Netzgemeinde&ldquo; immer wieder hei&szlig; diskutiert werden, von
Datenschutz und Anonymit&auml;t im Internet &uuml;ber Jugendschutz und
Urheberrecht bis hin zu Feminismus und arabischem Fr&uuml;hling.</p>
<p>Gegen Ende der Erz&auml;hlungen stellt Schramm in einem fiktiven
Streitgespr&auml;ch &uuml;ber &bdquo;Apple versus Open Source Culture&ldquo; fest,
dass man Informatik studiert haben m&uuml;sse, um Linux bedienen zu
k&ouml;nnen &ndash; was nichts weiter ist als eine faule Ausrede, um der
eigentlichen Diskussion um den &bdquo;walled garden&ldquo;, den Apple seinen
Usern mehr oder weniger aufzwingt, aus dem Wege zu gehen. Leider
erfolgt die Abhandlung der &uuml;brigen Stichpunkte &auml;hnlich plump:
Jugendschutz ist pauschal &bdquo;Quatsch&ldquo;, Privatsph&auml;re nur &bdquo;ein
b&uuml;rgerliches Konzept aus der analogen Zeit&ldquo;, die deshalb so
umk&auml;mpft ist, weil &bdquo;sie der Raum ist, wo ich auf dem Weg zur
Vernunft unbeobachtet Dummheiten machen kann, ohne das Gesicht zu
verlieren&ldquo;. Zum Thema Feminismus f&auml;llt ihr ein, dass &bdquo;Herrenwitze
Menschheitsbremsen sind&ldquo;. Gipfel der zur Schau getragenen Naivit&auml;t
ist die Episode mit dem selbst gegr&uuml;ndeten virtuellen Staat.</p>
<p>Abgeschlossen wird das Buch von einem &bdquo;Weltver&auml;nderungsmanifest
ohne weltbewegende Erkenntnisse&ldquo;, das ein wenig an das
Grundsatzprogramm der Piratenpartei erinnert (das ist die einzige
Stelle, an der man das Gef&uuml;hl bekommen k&ouml;nnte, dass Schramm hier
f&uuml;r ihre Partei spricht) sowie einem Glossar, das flapsig formuliert
ist, dabei vermutlich locker und lustig daherkommen soll, aber leider
Gottes nicht hilfreich ist, wenn solche verst&uuml;mmelnden Aussagen
dabei herauskommen:</p>
<blockquote>
<p><strong>AOL-CD</strong><br>Ende der 1990er Jahre bot AOL Internetzugang &uuml;ber CDs
an.</p>
</blockquote>
<p>So stellt man sich nach der Lekt&uuml;re der rund 200 Buchseiten (in
der Printausgabe) die Frage, ob Glossar, Manifest und etwas zu lang
geratene Danksagung nicht nur F&uuml;llmaterial sein k&ouml;nnten, um auf
einen vorher abgemachten Umfang zu kommen?</p>
<p>Was bleibt, ist ein Buch, das sich z&uuml;gig lesen l&auml;sst (trotz
vieler st&ouml;render Formulieren wie &bdquo;mobiles Endger&auml;t&ldquo; statt Handy
und &bdquo;Kohlenstoffwelt&ldquo; f&uuml;r alles au&szlig;erhalb des Internets) und
immerhin einen oberfl&auml;chlichen Einblick in die Gef&uuml;hlswelt von
Schramms Generation gibt. Mehr allerdings auch nicht. Das ist
angesichts Schramms Backgrounds als studierte Politologin und als
Parteivorstand vorsichtig gesagt: entt&auml;uschend. Deshalb bekommt das Buch auch lediglich
zwei von f&uuml;nf Punkten auf der Gewi-Skala.</p><hr style="width: 20%; text-align: left">
<p>
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			<pubDate>Mon,  8 Oct 2012 21:18:10 +0200</pubDate>
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			<dc:creator>André Gewert</dc:creator>
			<category>Notizbuch</category>
			<category>Politik</category>
			<category>Julia Schramm</category>
			<category>Klick mich</category>
			<category>Piraten</category>
			<category>Piratenpartei</category>
		</item>
		<item>
			<title>Der Mann meint es ernst: Lizenzpflicht für Pocket und Flipboard</title>
			<description><![CDATA[<p><img title="Im Bild: lizenzfreie Lesezeichen" src="http://www.ubergeek.de/img/blog/bookmarks-lsr.jpg" alt="Im Bild: lizenzfreie Lesezeichen" width="480" height="200"><br>
<span class="caption">Im Bild: lizenzfreie Lesezeichen</span></p>
<p>Nat&uuml;rlich haben alle Google im Sinn, wenn &uuml;ber das sogenannte
Leistungsschutzrecht f&uuml;r Presseverlage geredet wird.
Springer-Au&szlig;enlautsprecher Christoph Keese hat dagegen immer wieder
betont, dass das Vorhaben sich selbstverst&auml;ndlich nicht direkt oder
nicht nur gegen Google richte. Andeutungen in Richtung von
Feed-Readern und &auml;hnlicher Software gab es h&auml;ufig; jetzt hat Keese
ganz <a class="extern" href="http://www.presseschauder.de/keine-abmahnwellen-faire-prese-wie-das-leistungsschutzrecht-genutzt-werden-sollte/">konkret skizziert, wie er sich das vorstellt</a>:</p>
<!-- break -->
<blockquote>
<p>Wenn junge Leute ein neues Flipboard oder Readitlater bauen
wollen, m&uuml;ssen sie die Rechte in f&uuml;nf Minuten bei einem Caf&eacute; Latte
im Sankt Oberholz zusammenklicken k&ouml;nnen. Das ist ein Fortschritt,
denn heute m&uuml;ssen die Gr&uuml;nder daf&uuml;r auf eine lange
Deutschlandreise gehen.</p>
</blockquote>
<p>Zur Erinnerung: <em>Flipboard</em> aggregiert Informationen
(Artikel inkl. Bilder) aus &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Feeds und
Social-Media-Streams, etwa aus Twitter, Facebook oder Flickr. Inhalteanbieter k&ouml;nnen zudem an einem Partnerprogramm&nbsp;&bdquo;Flipboard Pages&ldquo; teilnehmen, um Inhalte f&uuml;r Flipboard zu optimieren und mit Werbung zu versehen. <a class="extern" href="http://getpocket.com/"><em>Pocket</em></a>
(ehemals <em>Read it later</em>) ist ein Dienst, mit dem der Anwender
Lesezeichen auf einem zentralen Server speichern und zu einem
sp&auml;teren Zeitpunkt auf einem beliebigen unterst&uuml;tzten Ger&auml;t, etwa dem
Mobiltelefon, abrufen kann. Optional werden nicht nur Lesezeichen
gespeichert, sondern die blanken, von Template-Ballast befreiten
Inhalte&nbsp;&ndash; um so das Lesen vor allem auf Mobilger&auml;ten zu
erleichtern.</p>
<p>Dass Seitenbetreiber durchaus einen Nutzen davon haben, in einer
so beliebten Anwendung wie Flipboard aufzutauchen, macht ein
Abschnitt aus den FAQ zu Flipbaord deutlich:</p>
<blockquote>
<p><strong>What does Flipboard Pages do for me?</strong></p>
<p>Flipboard has attracted a captive, savvy audience of social
influencers and enthusiastic readers. By rendering your content into
a more beautiful, more immersive format, your audience can grow and
more people can share and like your content across the most popular
social networks today. Additionally, Flipboard offers a powerful
platform on which you can monetize your digital content via
full-page, print-style ads.</p>
</blockquote>
<p>Auf einmal Lizenzen daf&uuml;r zu verlangen, kann man kaum als
Fortschritt verkaufen. Aber gut. Wir werden sehen, welche Unternehmen diese Lizenzen
einkaufen wollen. Wie eine Rechtsdurchsetzung in einem
Anwendungsfall wie Pocket aussehen soll. Und ob auch Apple f&uuml;r die
<a class="extern" href="http://www.apple.com/de/safari/features.html">Reader-Funktionalit&auml;t</a> in Safari Lizenzgeb&uuml;hren entrichten m&uuml;ssen
wird.</p><hr style="width: 20%; text-align: left">
<p>
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			<pubDate>Tue, 19 Jun 2012 20:57:15 +0200</pubDate>
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			<dc:creator>André Gewert</dc:creator>
			<category>IT</category>
			<category>Politik</category>
			<category>Leistungsschutzrecht</category>
			<category>LSR</category>
			<category>Urheberrecht</category>
			<category>Christoph Keese</category>
			<category>Pocket</category>
			<category>ReadItLater</category>
			<category>Flipboard</category>
		</item>
		<item>
			<title>Schutzrechte in Absurdistan</title>
			<description><![CDATA[<p><img src="http://www.ubergeek.de/img/blog/beach-news.jpg" alt="" width="480" height="200"><br>
<span class="caption">Bildquelle: <a href="http://pixabay.com/">pixbay.com</a></span>
</p>
<p>Zwanzig Jahre lang galt im Internet ein Link auf die eigene Seite als wertvoll. So wertvoll, dass Seitenbetreiber zu Hauf (gerne auch unseri&ouml;se) Suchmaschinenoptimierer bezahlt haben und kostenpflichtige &bdquo;Link-Tausch&ldquo;-Angebote in Anspruch genommen haben.</p>
<p>In dieser Woche nun hat die Regierungskoalition <a class="extern" href="http://irights.info/?q=content/offizieller-entwurf-zum-leistungsschutzrecht-ver%C3%B6ffentlicht">einen ersten Referentenentwurf</a> zum von einigen Verlagen so vehement geforderten wie vom Rest der Industrie strikt abgelehnten Leistungsschutzrecht f&uuml;r Presseverlage vorgelegt. Sollte er Gesetz werden, h&auml;tte das weitreichende Folgen.</p>
<!-- break -->
<p>Der Gesetzesentwurf ist etwas schwammig, besitzt aber im Kern ein einfaches Ziel: Das Verlinken von bestimmten Seiten soll&nbsp;&ndash; aufgepasst&nbsp;&ndash; tats&auml;chlich lizenzpflichtig werden! Noch einmal langsam: Das Verlinken von Webseiten wird teilweise lizenzpflichtig. Freilich ist noch nicht ganz klar, f&uuml;r welche Angebote das im einzelnen gelten wird und welche verlinkenden Sites lizenzpflichtig sein werden. Das wird sicherlich durch eine Reihe von gerichtlichen Auseinandersetzungen gekl&auml;rt werden und spielt letzten Endes keine gro&szlig;e Rolle; bereits der Grundgedanke ist vollkommen absurd.</p>
<p>Fassen wir einmal zusammen: Seit etlichen Jahren bieten nahezu alle Zeitungsverlage ihre Inhalte&nbsp;&ndash; inklusive maschinenlesbarer Feeds f&uuml;r die automatisierte Verarbeitung&nbsp;&ndash; gratis im Internet an. Finanziert werden soll das in der Regel durch Werbeeinnahmen. Einige Verlage fahren damit nicht schlecht, der Springer-Konzern etwas vermeldet <a class="extern" href="http://www.bild.de/politik/wirtschaft/axel-springer/erzielt-rekordergebnis-16226306.bild.html">Rekordergebnis</a> um <a class="extern" href="http://www.internetworld.de/Nachrichten/Medien/Medien-Portale/Springer-erzielt-Rekordergebnis-Onlinegeschaeft-bringt-satten-Gewinn-64495.html">Rekordergebnis</a>. Niemals hat auch nur ein Anbieter den ernsthaften Versuch unternommen, ein brauchbares Bezahlangebot zu etablieren. Immer blieben und bleiben die Kostenlos-Angebote mit einem umfassenden News-&Uuml;berblick stehen. Suchmaschinenoptimierung d&uuml;rfte wie eh und je flei&szlig;ig und durchaus mit sp&uuml;rbarem finanziellen Aufwand betrieben werden&nbsp;&ndash; immerhin bringen Google &amp; Co. scharenweise Besucher und treiben damit die Werbeertr&auml;ge in die H&ouml;he. Sollte auch nur ein einziger Anbieter tats&auml;chlich etwas gegen die Nutzung von Snippets und &Uuml;berschriften in Suchmaschinen haben, k&ouml;nnte er die Nutzung sofort mit drei Zeilen Code verhindern. Ob man&rsquo;s glaubt oder nicht: Google, Bing und andere seri&ouml;se Anbieter halten sich an die Vorgaben, die Seitenbetreiber f&uuml;r Crawler festlegen k&ouml;nnen.</p>
<p>Nein, die Verlage <strong>wollen</strong> in den Suchmaschinen (und auch in Google News) gut platziert sein, denn das bringt Reichweite und somit Geld. Aber: sie wollen mehr Geld. Und Springer und die anderen werden es sich nicht gefallen lassen, einfach aus dem Index der Suchmaschinen heraus zu fliegen (wenn diese kein Interesse an Lizenzen haben sollten), sondern werden mit Hilfe von Kartellrechtsklagen die f&uuml;r Suchmaschinen kostenpflichtige Aufnahme in die Suchindizes erzwingen wollen. Faire Gleichbehandlung werden sie das ganze dann nennen. Clever.</p>
<p>Nun wird sich die Regierung nicht von sich aus zusammen gesetzt und &uuml;berlegt haben, an welcher Stelle denn gerade mal ein m&ouml;glichst absurdes Gesetzesvorhaben angebracht sei. Dazu noch eines, das angesichts aktueller Debatten um erlaubte Nutzungsarten, um Verwertungsanspr&uuml;che und ein zu restriktives Urheberrecht besonders heikel ist. Man kann also&nbsp;&ndash; <a href="http://www.ubergeek.de/weblog/eintrag/786/Keese-macht-einen-Witz">wieder einmal</a>&nbsp;&ndash; dar&uuml;ber diskutieren, ob es wirklich Google ist, das zu gro&szlig;en politischen Einfluss hat, oder ob es nicht doch andere Spieler sind.</p>
<p>Nat&uuml;rlich ist es nicht Google. Und sowohl der mangelnde Einfluss von IT-Unternehmen als auch diese Art von &bdquo;Sondersteuer&ldquo; verdeutlichen ganz gut, warum Deutschland in Sachen IT-Gesellschaft und -Wirtschaft eine Art Entwicklungsland ist. Innovative Dienste wie <a class="extern" href="http://hypem.com/"><em>The Hype Maschine</em></a>, wie <a class="extern" href="http://flipboard.com/"><em>Flipboard</em></a>, <a class="extern" href="http://getpocket.com/"><em>Pocket</em></a> oder <a class="extern" href="http://www.feedly.com/"><em>Feedly</em></a>&nbsp;&ndash; aber auch eine &bdquo;einfache&ldquo; Suchmachine &agrave; la <em>Google Search</em>&nbsp;&ndash; w&auml;ren von einem deutschen Unternehmen allein aufgrund zahlreicher rechtlicher Einschr&auml;nkungen &uuml;berhaupt nicht denkbar.</p>
<p>Das innovativste, das ein deutsches IT-Unternehmen in den letzten Jahren hervorgebracht hat, ist eine h&uuml;bsch anzuschauende aber funktional eingeschr&auml;nkte <a class="extern" href="http://www.6wunderkinder.com/wunderlist/">ToDo-Liste</a>.</p>
<p>Und noch etwas: Das geplante Leistungsschutzrecht hat zwar nicht direkt etwas mit dem Urheberrecht (das eben <strong>nicht</strong> kleine Textfetzen zu sch&uuml;tzen gedenkt) zu tun, tr&auml;gt aber dazu bei, dass der gesamte Komplex aus Urheber-, Verwertungs- und Nutzungsrechten auf immer weniger Verst&auml;ndnis und Akzeptanz bei den meisten Menschen trifft.</p><hr style="width: 20%; text-align: left">
<p>
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			<pubDate>Sun, 17 Jun 2012 14:08:49 +0200</pubDate>
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		<item>
			<title>Keese macht einen Witz</title>
			<description><![CDATA[<p>In seinem unerm&uuml;dlichen Kampf gegen den Internetriesen Google greift Springers PR-Mann Nr. 1, Christoph Keese, neuerdings <a class="extern" href="http://www.presseschauder.de/you-tube-anti-acta-video/">zu einem &uuml;berraschenden Stilmittel</a>: dem Witz. Weil Google-Tochter Youtube in ihrer Suche scheinbar Anti-ACTA-Videos h&ouml;her gewichtet als neutralere Videos zum Thema, fordert Keese mehr Fairness und Ausgewogenheit von Youtube (und von Google generell).</p>
<p>Kann man &uuml;ber diesen Punkt in der Tat trefflich streiten, zieht Keese selbst seine Forderung durch einen witzigen Vergleich ins L&auml;cherliche:</p>
<blockquote>
<p>Man w&uuml;nscht sich, Suchmaschinen und Videoplattformen w&uuml;rden sich &auml;hnlich rigiden ethischen Regeln von Fairness und Ausgewogenheit unterwerfen wie die Presse.</p>
</blockquote>
<p>Wo ausgerechnet die Springer-Presse mit der BILD an der Spitze doch ein wahres Synonym f&uuml;r Fairness und Ausgewogenheit ist! Das zeigt ganz aktuell schon die <a class="extern" href="http://diepresse.com/home/kultur/medien/757411/HenriNannenPreis_Nicht-mit-der-BildZeitung?_vl_backlink=/home/kultur/index.do">Diskussion um den Henri-Nannen-Preis</a>. Alternativ kann man auch im <a class="extern" href="http://www.bildblog.de/">BILDblog</a> verfolgen, wie es die BILD (und andere Medien) mit Fairness und Ausgewogenheit halten.</p>
<p>Hinzu kommt im &uuml;brigen, dass man nicht untersch&auml;tzen darf, um wie viel gr&ouml;&szlig;er die politische und meinungsbildende Macht der BILD ist im Vergleich zu Youtube, das diesbez&uuml;glich in Deutschland wohl kaum eine Rolle spielen d&uuml;rfte.</p><hr style="width: 20%; text-align: left">
<p>
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			<pubDate>Sun, 13 May 2012 11:24:06 +0200</pubDate>
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