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Apple verliert Schutzansprüche auf Trivialitäten

Immer wieder werden Patente auf trivialste Software-Mechanismen und simpelste Ideen vergeben. Nicht nur sogenannte Patenttrolle versuchen mit diesen Trivialpatenten gutes Geld zu machen, sondern auch die Global Player. Apple hat aktuell und längst überfällig zwei fragwürdige Schutzansprüche verloren.

Der Patenttroll zählt sein Gold. Bildquelle: John Bauer; Public domain; via Wikimedia Commons [1]

Vorweg: Wie umfangreich Trivialpatente vergeben werden, hat der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur, kurz FFII, bereits vor einigen Jahren eindrucksvoll anhand eines imaginären Online-Shops demonstriert: Der Patentierte Webshop.

Auch Apple muss sich immer wieder (auch von mir :-)) vorwerfen lassen, schlichteste Dinge zum Patent anzumelden und aggressiv gegen Mitbewerber einzusetzen. Unter anderen im berühmt-berüchtigten Patentstreit gegen Samsung, das schließlich zu einer Milliardenstrafe verdonnert worden ist. Zentraler Gegenstand der Auseinandersetzung waren – natürlich – Trivialpatente: Einerseits das »flache Gerät mit den abgerundeten Ecken« (nein, kein Scherz: viel konkreter war das Geschmacksmuster wirklich nicht formuliert) und auf der anderen Seite die »Slide to unlock«-Geste.

Beide Schutzansprüche hat Apple nun endlich verloren. Und die Begründungen der zuständigen Stellen (US-Patentamt in Sachen Geschmacksmuster und Bundesgerichtshof bei der Wischgeste) ähneln sich: »Prior Art«, also das Vorhandensein von älteren, vergleichbaren Umsetzungen, und in aller Deutlichkeit: Offensichtlichkeit.

Der BGH teilt in seiner Begründung klipp und klar mit: »Das Streitpatent beruht daher nicht auf erfinderischer Tätigkeit.« Bähm! Diese Einsicht ist höchst erfreulich, weil es nicht angehen kann, dass reihenweise Pseudo-Erfindungen geschützt werden, die nicht nur jegliche Technizität vermissen lassen, sondern die sich auch noch jeder Zehnjährige ausdenken kann – was natürlich zu der entscheidenden Frage führt: Wie zum Geier ist es eigentlich möglich, dass solche Patente überhaupt erteilt werden? Prüft die denn niemand?

Die erotische Seite der Informationstechnologie

Natürlich muss dieser gesamte IT-Kram ja irgendwie auch eine erotische Komponente besitzen, anders ist doch der Erfolg solcher Gadgets wie die »Apple Watch« gar nicht zu erklären :-)

Wenig überraschen kann also das Vorhandensein von erotischer IT-Literatur. Zumindest versucht sich ein kanadischer Autor unter dem Pseudonym Leonard Delaney daran, erotische Geschichten irgendwie mit IT-Themen zu vermengen und bei Amazon zu verscheuern. Und ich muss schon sagen: es sind äußerst interessante Titel, die sich Delaney da ausgedacht hat:

  • Invaded by the iWatch
  • Taken by the Tetris Block
  • Conquered by Clippy (!!!11elf!)

Und Mashable (der Link lohnt sich übrigens schon allein wegen der tollen Illustrationen) schreibt dazu: »Apple Watch-inspired erotica is a stroke of genius«

Via lesen.net

Apples Kuriositäten

Keine Frage: Apple baut eine ganze Reihe toller, praktischer und hübscher Geräte. Ich darf mich ja auch nicht zu sehr beklagen, schließlich besitze ich auch einige iDevices. Und dennoch: auch Apple langt immer wieder ordentlich daneben. Das ist lustig.

iPod mit Loop und EarPods

Die älteren von uns können sich wahrscheinlich noch an lampenförmige Macs oder runde MacBooks aus buntem Plastik erinnern … Gut, dass man diese Geräte heute nicht mehr zu Gesicht bekommt. Auch das erste AppleTV war … nun ja … ein recht merkwürdiges Gerät. Waren wir doch schon längst im Streaming-Zeitalter angekommen, hatte das Gerät damals doch tatsächlich noch eine Festplatte eingebaut, und die abzuspielenden Inhalte mussten ernsthaft erst mit dem AppleTV synchronisiert werden. Hmm. Wer sollte das eigentlich nutzen? So viel besser sieht es mit dem aktuellen AppleTV auch nicht aus. Ich bin froh, das Gerät nach ca. einem Jahr der Staubfängerei durch ein FireTV ausgetauscht zu haben. Ich habe ja eigentlich immer erwartet, Apple würde eines Tages die Installation von Apps durch den Anwender zulassen. Pustekuchen. Das FireTV macht vor, wie man es richtig macht.

Auch in Sachen Mäuse hat Apple bisher nicht besonders viel Geschick bewiesen. Oder kann irgendjemand mehr als zwei Stunden am Stück mit der, ähem, Magic Mouse arbeiten?

Aber gut, das alles mag ja noch Geschmackssache oder eine Frage der Gewohnheiten sein. Zwei Dinge gibt es, die mich tatsächlich vollkommen ratlos machen, wenn ich sie sehe: Der iPod touch loop und die komischen EarPods. Ich behaupte: beides ist vollkommen bescheuerter Schwachsinn, den kein Mensch benutzt. Ich möchte mal denjeniegen kennenlernen, der sich gedacht hat: »Ach komm, meinen iPod touch, den möchte ich eigentlich ganz gerne mit einem dünnen Lederbändchen an meinem Handgelenk festbinden. Hemd-, Hosen- und Jackentaschen sind vollkommen überbewertet!«

Wer sich nicht ausgerechnet für den billigsten iPod touch (EUR 229,-) entscheidet, bekommt dieses Bändchen wenigstens als Dreingabe. Beigelegt wird auch das nächste Kuriosum, nämlich die, ähem, revolutionären EarPods.

Anders als bei herkömmlichen runden Ohrhörern beruht das Design der Apple EarPods auf der Geometrie des Ohres. Deshalb passen sie mehr Menschen als jeder andere Ohrhörer.

Fuck yeah! Ich weiß nicht, wer sich diese großen und harten Dinger gerne in die Ohren steckt, aber sei’s drum. Anders als beim iPhone bekommt man zum iPod touch auch nur die einfachere Variante der EarPods ohne Fernbedienung dazu. Ganz so, als sei diese Funktion ausgerechnet bei einem Gerät, das primär der Musikwiedergabe dient, irgendwie nicht so wichtig. Oder soll der Kunde doch eher zum zusätzlichen Kauf der teureren Variante (29,- EUR) motiviert werden?

Ich denke ja, der Erfolg lässt sich daran messen, wie oft diese Gadgets genutzt werden. Und ich persönlich habe »in freier Wildbahn« bisher weder den iPod touch loop noch die EarPods beobachten können. Vielleicht treibe ich mich aber auch nur in den falschen Gegenden herum? Oder habe die falschen Freunde?

Die nächste Apple-Kuriosität könnte möglicherweise die Apple Watch werden. Nach der ersten Ankündigung herrschte ja bei vielen noch so etwas wie Euphorie, aber nach der Bekanntgabe der Preise und einiger technischer Einzelheiten waren die Reaktionen doch eher zurückhaltend. Was wirft Apple da eigentlich auf den Markt? Ein eher nutzloses Gadget, das selbst für Apple-Maßstäbe schweineteuer ist. Das ist keine Sportuhr und kein Fitness-Gerät. Die Apple Watch ist ein Luxusprodukt, ein reines Statussymbol. Und man möchte am liebsten Tim Cook zurufen, dass man mit Luxusprodukten keine Volkskrankheiten bekämpft, selbst wenn man diese etwas dümmlich als »den neuen Krebs« bezeichnet. Dieser Ruf würde vermutlich ohnehin nur mit einem Schulterzucken quittiert werden.

Apple Watch?!

Den mit Abstand besten Kommentar zur gestern vorgestellten (aber dann doch erst frühestens(!) im kommenden Jahr verfügbaren) Apple Watch habe ich bei Peter Moulding gelesen.

Ich persönlich würde die Apple Watch zwar nicht ganz so negativ bewerten; das vorgestellte Device ist aber nun wirklich alles andere als eine neue Revolution. Sowohl beim Design als auch bei der Funktionalität hätte ich mir (anders als etwa von Samsung) von Apple sehr viel mehr Neues bzw. Ansprechenderes versprochen. Und preislich ist sie – typisch Apple – auch nicht sehr attraktiv. Ich habe nun die in meinen Augen sehr viel schickere Moto 360 vorbestellt, die hoffentlich zeitnah (also im Oktober?) geliefert werden kann. Obwohl ich glaube, dass es noch so zwei bis drei Gerätegenerationen dauert, bis die Smartwatches wirklich alltagstauglich werden.

Phablets

Leider habe ich in meinem näheren Umfeld keinen echten »Hardcore-Apple-Jünger« mehr, aber es wäre schon interessant gewesen, wie mir diejenigen, die noch vor wenigen Jahren – als ich mir das erste Galaxy Note mit einer damals unglaublich großen Bildschirmdiagonalen von 5,3 Zoll gekauft habe – von den wahnsinnigen Vorteilen eines 3,5 Zoll großen Displays geschwärmt haben, heute erklären, warum seit genau gestern abend Bildschirmgrößen jenseits der 5 Zoll das Maß aller Dinge sind und iPhone-Besitzer (anders als angeblich seinerzeit die Samsung-Nutzer) trotzdem keine Daumen-Prothesen benötigen.

Der sehr geschätzte Lukas Mathis (»Designed for Use«) hat zu diesem Thema auch ein paar lesenswerte Gedanken aufgeschrieben.