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Heuchler

By Никита Капранов (Фотография взята с сайта http://mime.сom.ua)
[CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons
Was bisher geschah: Die deutschen Presseverlage (nicht alle) nutzen seit Jahren ihre Meinungsmacht, um Stimmung gegen Google und dessen „Raubrittertum“ zu machen. Dabei bedient man sich gerne und zahlreich an Lügen, Unwahrheiten und Übertreibungen, Dramatisierungen und Dämonisierungen.[1] Ihr Ziel: Links auf Verlags-Webseiten sowie die Verwendung von Snippets daraus per Gesetz lizenzpflichtig zu machen, um ein wenig Anteil zu haben am Erfolg des „großen Parasiten“ Google.
In der vergangenen Woche hat das Unternehmen Google – das natürlich nicht mit einem Leistungsschutzrecht einverstanden ist und zu recht darauf verweist, dass einerseits die Verlinkung als auch die Verwendung von Snippets (nicht nur) deutschem Recht entspricht und andererseits jeder Webseitenbetreiber die Möglichkeit besitzt, seine Inhalte vollständig oder teilweise von einer Indexierung auszunehmen – seinerseits eine Kampagnenseite gestartet.
Die Empörung in der Presse war erwartungsgemäß genau so groß wie verlogen: Google würde seine Reichweite schamlos missbrauchen, um eigene politische Ziele durchzusetzen und sei dabei doch selbst die größte Gefahr für die Pressefreiheit!
Nun hat der Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) eine groß angelegte Kampagne der deutschen Zeitungen angekündigt: „Mit Anzeigen, Plakaten und Spots wolle die Branche die Stärken der Zeitung als universales Qualitätsmedium in einer digitalen Medienkultur stärker im Bewusstsein verankern.“ (Quelle: Heise online)
Da stellt sich natürlich die Frage, was die angekündigte Kampagne denn anderes sein soll als der klare Missbrauch der eigenen Meinungsmacht und Reichweite. Und eine weitere Frage: Womit will die kommende Kampagne so unerträgliche (und mit Unwahrheiten gespickte) Artikel wie diesen (Braunschweiger Zeitung) oder diesen (FAZ.net) noch toppen?
Für mich steht eines fest: Wenn ich in einer der von mir abonnierten Zeitungen einen Beitrag auf dem Niveau des verlinkten Interviews aus der Braunschweiger Zeitung lesen muss, geht in genau dem Moment auch schon die Kündigung heraus. Das mögen die betreffenden Zeitungen überleben. Aber: Journalismus auf diesem Niveau macht sich selbst überflüssig.
[1] Der Journalist Stefan Niggemeier hat in seinem Blog dazu einiges Interessantes geschrieben.
Von Piraten, Software-Entwicklern und Youtube

Moderner Kampagnen-Journalismus
Aktuell gibt es wieder einmal eine rege Debatte um das Urheberrecht; und zwar sowohl in den „klassischen Medien“ als auch „im Internet“. Zu Wort gemeldet haben sich u. a. der Fotojournalisten-Verband FREELENS (unter anderem mit der komischen Forderungen, fotografische Werke zeitlich unbegrenzt unter Monopolschutz zu stellen), Musiker und Romanautor Sven Regener (der sich ins Gesicht gepinkelt fühlt, ansonsten aber auch keine hilfreichen Ansätze parat hat – dessen Romane ich aber trotzdem sehr schätze), 51 Drehbuchautoren der Tatort-Reihe, die befürchten, enteignet werden zu können; der Cicero schießt in seinen Titel-Story gegen die Piratenpartei („Partei ohne Plan“), der Stern macht mit dem „Millardengeschäft“ Youtube auf – liefert aber immerhin einen recht ausgewogenen Artikel. Das Handelsblatt fordert plakativ: „Mein K©pf gehört mir“ und beginnt das zugehörige Pamphlet direkt mit einer Lüge.
Nachdem mein erster Ärger über diese vor Unwahrheiten und Unterstellungen nur so strotzenden Publikationen ein wenig verflogen ist, möchte ich mich persönlich auch noch einmal drei Punkte herausgreifen, die mir – als Privatperson, als Software-Entwickler und als Mitglied der Piratenpartei – am Herzen liegen. Es gab unzählige Reaktionen „im Internet“, darunter einige sehr intelligente und lesenswerte. Am Ende dieses Textes gibt es daher noch ein paar Links zum Thema.
Die Bayern und die vermeintliche Krise
Liebe Sport-Journalisten,
kann es sein, dass Ihr einen leichten Hang zur Überdramatisierung habt? Weil der FC Bayern gegen Freiburg Unentschieden(!) spielt, redet Ihr eine riesige Krise herbei? Come on, bleibt doch einmal auf dem Teppich. Auf der anderen Seite spielt Ihr aktuell doch auch die Moralapostel, weil das Trainergeschäft arg schnelllebig ist. Schon einmal darüber nachgedacht, welchen Anteil Ihr daran habt?
Panorama tut sich hervor
Ich möchte gar nicht weiter darauf eingehen, was ich von solchen, ähm, „höchst seriösen und stets sorgfältig recherchierten“ Magazinen wie Panorama halte, sondern weise nur kurz auf die Diskussion zum kürzlich ausgestrahlten Panorama-Beitrag zum Thema „Killerspiele“ hin. Es handelt sich hierbei ja nicht um den ersten völlig versemmelten Beitrag im Bereich „Neue Medien“, den ein sogenanntes Polit-Magazin verzapft hat.
Siehe dazu auch: Pro Killerspiele.