Weblog-Archiv

Stichwort-Suche: WM 11[Feed zu dieser Suche]

Japan ist Weltmeister(in)

Wow. Was für ein spannendes Finale: Zweimal konnten die USA in Führung gehen, einmal in der regulären Spielzeit, einmal in der Verlängerung. Und die Japanerinnen waren nicht unterzukriegen, konnten zweimal ausgleichen und das Elfmeterschießen für sich entscheiden. Die USA waren über weite Strecken des Spiels überlegen und haben sich deutlich mehr Torchancen erarbeitet, aber eben auch die meisten davon liegen gelassen.

Insgesamt ein tolles Spiel und ein toller Abschluss für diese Frauen-Fußball-WM.

Slapstick auf die brasilianische Art

Bei allem, was man Positives über den brasilianischen Fußball sagen muss, kann man auch nicht leugnen, dass die Brasilianer immer gut sind für fantastische Slapstick-Einlagen. Ob nun Rivaldo, Roberto Carlos (ab 3:25 min) oder Luis Fabiano. Nun haben wir aktuell aber auch sehen können, dass auch die Frauen-Nationalmannschaft über die gleichen Fähigkeiten verfügt: Neben Marta, die sich mit einem beherzten Schubser ihren Weg zu ihrem ersten Turniertor geebnet hatte, hat vor allem Erika mit ihrem Zeitspiel im Viertelfinale gegen die USA einen bleibenden Eindruck hinterlassen. (Das ganze ist natürlich schade, weil die zweifelsfrei grandiose Mannschaft mit diesen Einlagen ganz offensichtlich eine Menge Sympathien beim Publikum verspielt hat.)

Leider gibt es die Videos von Erika nicht mehr auf Youtube, daher noch einmal die Tore und das Elfmeterschießen im Rückblick:

Aus der Traum

Sommermärchen, dritter Weltmeister-Titel in Folge, das auch noch im eigenen Land, feiernde Massen auf den Straßen … der Traum ist geplatzt. Sang- und klanglos verliert das deutsche Team gegen Japan nach Verlängerung mit 0:1. Nach dem tollen Spiel gegen Frankreich hatte man nicht unbedingt damit gerechnet, dass die Japanerinnen ein echtes Hindernis sein könnten auf dem Weg zum Titel. Von wegen.

Der Abend war für die gesamte Mannschaft bitter, ganz besonders aber sicherlich für Birgit Prinz, die nicht mehr eingewechselt wurde und damit keine Gelegenheit mehr bekommen hat, sich zu beweisen. Und natürlich für Kim Kulig, die bereits nach drei Minuten mit einem Kreuzbandriss unter Tränen ausgewechselt werden musste. Irgendwie war das sinnbildlich für das gesamte Spiel: die Deutschen waren verzweifelt. Sie sind gegen die Japanerinnen angerannt, haben alles versucht, am Ende aber hat es nicht für einen Erfolg gereicht.

Es reicht eben nicht aus, auf dem Papier die bessere Mannschaft zu sein. Gestern abend waren die Deutschen nicht besser als die Japanerinnen. Über die Gründe wird man noch fleißig diskutieren und spekulieren. Und beim nächsten großen Turnier funktioniert vielleicht alles wieder besser. Vielleicht wird die nächste EM oder die WM in vier Jahren das Turnier für Kim Kulig und Alex Popp, von denen ich nach tollen Vorbereitungsspielen eigentlich gedacht hatte, dass sie bereits bei dieser Weltmeisterschaft herausragende Rollen einnehmen würden. Birgit Prinz jedenfalls wird diese Gelegenheit nicht mehr bekommen. Ihre Karriere im Nationalteam beendete sie als Zuschauerin auf der Bank.

Fußball-WM der Frauen ist, wenn man trotzdem Spaß hat

Die ersten Spiele der Frauen-WM sind gespielt, Deutschland hat das Eröffnungsspiel gegen Kanada gewonnen, und es wird weiterhin fleißig geschrieben und diskutiert über die Weltmeisterschaft.

Das Begleitprogramm der ARD war teilweise etwas grenzwertig, etwa wenn ausgerechnet Franziska van Almsick reden durfte oder der Moderator Michael Antwerpes das als Überschrift verwendete Zitat brachte. Immerhin machte Nia Künzer als (wahre) Expertin eine gute Figur.

Das Satire-Magazin Extra 3 hat freundlicherweise Bullshit-Bingo-Karten speziell für die Frauen-WM zur Verfügung gestellt, auf denen die üblichen Klischees und Phrasen zum Thema enthalten sein sollten. Wir haben das am Sonntag ausprobiert (eine Karte haben wir schnell „ge-remixt“, damit wir auch irgendwie gegeneinander spielen können), allerdings fiel kein einziger der Begriffe im Kommentar zu den beiden Spielen.

In der vergangenen Woche hat sich Frédéric Valin auf Spreeblick noch wenig begeistert zum Thema Frauen-Fußball geäußert, dafür war heute von Johnny Haeusler etwas positiveres zu lesen. Und mit mindestens einer Sache hat er recht: Man sollte einfach mal die ständigen Vergleiche zwischen Männer- und Frauen-Fußball lassen und sich stattdessen nur auf den Sport freuen. Wer die Frauen nicht spielen sehen mag, muss sich das ganze auch nicht anschauen.

Im Abseits

Über mangelnde Aufmerksamkeit kann sich die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen in diesem Jahr anscheinend nicht beschweren: Nicht enden wollende Werbung, Sonderhefte und Sondersendungen, eine entsprechende Playboy-Story und am vergangenen Wochenende sogar ein eigener „Tatort zum Thema“. Leider war es wahrscheinlich der schlechteste Tatort aller Zeiten. Eigentlich hatte der Tatort schon alles verspielt, als in der Anfangsszene auf der einen Seite des Platzes die Mannschaft trainierte, während auf der anderen Seite der „Sexy Star“ des Teams zum Shooting verabredet war.

Beim Freitag gibt es einen Review, in dem es u. a. heißt:

Was fällt [Drehbuch-Autor] Werner zu Frauenfußball ein? Richtig, Sexyness und Migrantentöchter. Und was fällt Werner zu Migrantentöchtern ein? Richtig, Ehrenmorde. Werner ballert durch die deutsche Wirklichkeit, als handelte es sich um eine Thilo-Sarrazin-Diktatur, in der unter Androhung von lebenslänglichem Heizungabdrehen-bei-gleichzeitigem-Pulloverentzug immer nur alles mit allem kurzgeschlossen werden darf.

Ausführlich nachzulesen hier. Auch bei 11Freunde gibt es eine kurze und ebenso kaum begeisterte Rezension.

Panini-Sammelalbum zur Frauen-Weltmeisterschaft

Panini Sammelalbum zur Frauen-Weltmeisterschaft 2011Zur Frauen-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 gibt es erstmals ein Sammelalbum von Panini. Seit Anfang Juni ist es „überall im Handel“ erhältlich. Das Heft inklusive sechs Bilder gibt es für 2 EUR; die Päckchen à sechs Bilder kosten jeweils 60 Cent. Wer also schon immer einmal Simone Laudehr oder Fatmire Bajramaj in ein Album kleben wollte, hat jetzt die Gelegenheit dazu. Bei mir sind heute 300 Sticker (entsprechende Pakete kann man beispielsweise über Amazon bestellen) angekommen, mein Abend ist somit verplant …

Update: Pro Tüte sind's wohl doch nur 5 Bildchen; ich habe dann auch „nur“ 250 Sticker.

Update: Insgesamt sollen wohl 336 Sticker in das Album eingeklebt werden.

Spielplan zur Frauen-Weltmeisterschaft online

In diesem Jahr wollen unsere Fußball-Damen ihren Titel (erneut) verteidigen und anders als die Herren vor fünf Jahren im eigenen Land das Sommermärchen wahr machen. Natürlich werde ich das Turnier mit Spannung verfolgen und habe deshalb auch eine kleine Extra-Seite inklusive Spielplan auf fussball.ubergeek.de online gestellt.

Update: Den Spielplan gibt es nun auch im iCalendar-Format zu herunterladen oder abonnieren. Funktioniert beispielsweise mit Apple iCal oder Evolution (beides hier getestet). Sollte aber auch mit Microsoft Outlook, Google Calendar und anderen Anwendungen funktionieren. Sinnvoll ist ein Abo statt eines Einmal-Imports, da die Datei laufend aktualisiert wird.