2004

Was für ein Jahr ist das damals, vor zehn Jahren gewesen! Während Horst Köhler zum Bundespräsidenten und der Zaunkönig zum Vogel des Jahres gewählt worden ist, habe ich meine Ausbildung zum Fachinformatiker abgeschlossen und wäre um ein Haar nach Bayern ausgewandert. Werder Bremen ist Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger geworden, und Nelly Furtado trällerte unbekümmert ihren Song Força – was ihren Portugiesen allerdings auch nicht geholfen hat; diese unterlagen sowohl im Eröffnungsspiel als auch im Finale der Fußball-Europameisterschaft den Griechen unter König Rehakles. Kann passieren …

Wajasch wajasch

Nette Frisur, netter Song :-D

What if: Klolektüre für Nerds

What if?

Klolektüre ist in diesem Zusammenhang natürlich nicht abwertend gemeint; der Begriff bezieht sich eher auf die Tatsache, dass man nicht eine große Geschichte erzählt bekommt, sondern eine Ansammlung kleiner Häppchen in der Hand hält, die sich bequem zwischendurch lesen lassen.

Randall Munroe, Schöpfer der beliebten xkcd-Comics, hat (vor einiger Zeit schon) mit »What if?« ein Buch veröffentlicht, in dem er in gewohnter Art vollkommen absurde Fragen möglichst realistisch bzw. wissenschaftlich akkurat zu beantworten versucht. Zu diesen Fragen gehört beispielsweise: »If every person on Earth aimed a laser pointer at the Moon at the same time, would it change color?«, »How high can a human being throw something?« oder auch »Is it possible to build a jetpack using downward-firing machine guns?«

Das Alles ist nicht sonderlich sinnvoll, aber doch äußerst unterhaltsam und erhält deshalb eine klare Kauf-Empfehlung von mir.

Und für alle, die es lieber auf Deutsch haben: seit ein paar Wochen liegt auch eine entsprechende Übersetzung vor.

Neu: UberDice für Android

UberDice

Angekündigt hatte ich es ja bereits vor einiger Zeit; nun habe ich es auch endlich einmal fertig gestellt: Ab sofort gibt es UberDice auch in einer Version für Android-Tablets.

Wie immer gilt: für Fragen, Anregungen und Kritik bin ich jederzeit dankbar.

Zum Download

Was von der Mission übrig blieb

Am Mittwoch ist der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit der Landung der Sonde Philae auf einem Kometen eines der ambitioniertesten Weltraum-Projekte überhaupt gelungen. Ziemlich beeindruckend. Beeindruckend ist allerdings auch, warum dieses Ereignis »im Netz« hohe Wellen geschlagen hat und welche Erkenntnisse sich aus ihm scheinbar ableiten lassen.

Wenn ich meiner Twitter-Timeline glauben darf, dann ist an der Rosetta-Mission das einzig interessante und diskussionswürdige: das Shirt, mit dem sich der britische Wissenschaftler Matt Taylor vor die Kameras getraut hat. Eine gute Freundin hat es für ihn zum Geburtstag angefertigt. Das Problem: Auf dem Hemd sind leicht bekleidete Comicfrauen abgebildet. (Hier gibt es ein Foto davon.) Was es darauf hin an hysterischen Reaktionen, Beschimpfungen und Beleidungen – von denen »asshole« sicher noch eine der harmloseren ist – hagelte, ist schlicht unglaublich. Mittlerweile hat sich Matt Taylor unter Tränen für seinen »big mistake« entschuldigt.

Das Online-Magazin The Verge hat unter dem Titel »I don’t care if you landed a spacecraft on a comet, your shirt is sexist and ostracizing«, der vor allem mit dem einleitenden »I don’t care« das darauf folgende ganz gut zusammenfasst, einen Kommentar herausgehauen, der in der Aussage gipfelt:

This is the sort of casual misogyny that stops women from entering certain scientific fields.

In anderen Worten: Es wagen sich vergleichsweise wenige Frauen in (bestimmte) wissenschaftliche Berufe, weil dort irgendwo – vielleicht – Menschen herumlaufen, die etwas gedankenlos auch mal ein Hemd tragen, auf dem gezeichnete, halbnackte Frauen abgebildet sind.

Nun ja. Die einfachsten Erklärungen sind doch immer noch die besten, wenn auch nicht unbedingt die korrektesten, nicht wahr?