Netzneutralitot

Vor ein paar Jahren ging eine Grafik durch das Netz, die das vermeintliche zukünftige Geschäftsmodell der Telekom-Konzernen zeigte: Neben einer „Basis-Flatrate“ sollte die Nutzung verschiedener wichtiger Internet-Dienste eine zusätzliche Monatsgebühr kosten. Mit dabei natürlich beliebte Dienste wie Youtube, Facebook, Twitter, Tumblr und so weiter.

Nun wagt die Telekom den ersten Schritt in diese Richtung: Ab Mai sollen bei Neukunden DSL-Flatrates nach dem Vorbild der mobilen Datentarife nach einem verbrauchten festen Datenkontingent auf eine fast unbrauchbare Geschwindigkeit gedrosselt werden. Begründet wird das als „Notwenigkeit“, um die Netzqualität nicht unter wenigen Vielnutzern leiden zu lassen und andererseits überhaupt den weiteren Netzausbau finanzieren zu können. Nun könnte man das tatsächlich so stehen lassen, wenn das die ganze Wahrheit wäre.

Die Telekom zeigt nämlich kein grundsätzliches Interesse, die Netzauslastung zu reduzieren oder Traffic zu vermeiden. Andernfalls käme man nicht auf die Idee, seinen eigenen IPTV-Dienst (natürlich in HD-Qualität) wie irre zu bewerben und an die Kunden zu bringen – und diesen Traffic nicht in das Inklusiv-Kontingent einzubeziehen.

Das gleiche Prinzip kann man schon seit längerem bei den gedeckelten Mobilfunk-„Flatrates“ beobachten: FÜr relativ wenig Geld erhält man als Telekom-Kunde IPTV und Spotify-Flatrate; darüber anfallender Traffic ist ebenfalls nicht für die Drosselungsgrenze relevant.

Die Motivation kann also keine Reduzierung des Gesamttraffics sein, sondern nur die Reduzierung des Traffics, der über Fremddienste generiert wird. Und im Optimalfall kann man damit (endlich!) die großen Content-Anbieter „erpressen“, für eine „Bevorzugung“ bzw. Nicht-Diskriminierung ordentlich zu zahlen. Während das für Google & Co nicht zwingend ein finanzielles Problem ist, dürften kleinere Anbieter und Startups eher darunter leiden.

Nebenbei: Nun werde ich ab Sommer kein Festnetz-Kunde bei der Telekom mehr sein, aber in den vergangenen zwei Jahren bei der Telekom hat beispielsweise Youtube niemals so richtig gut funktioniert – über den selben Anschluss bei einem anderen Anbieter und geringerer Bandbreite gab es über Jahre keinerlei Probleme. Die anhaltenden Probleme mit Youtube sind der Telekom bekannt, über die Gründe gibt es unterschiedliche Angaben und Vermutungen.

Einen guten Überblick über verschiedene Kommentare zu diesem Thema findet man bei netzpolitik.org.

Magazine lesen auf Android-Geräten: eine Enttäuschung

Was haben die deutsche Wired, der Stern, CHIP und der Elektrospieler gemeinsam? Sie alle kann man in einer Digital-Ausgabe auf seinem Android-Gerät lesen. Und: ihre Apps basieren alle auf der gleichen, miesen Software.

Die Software um ein E-Magazin herum ist eigentlich vergleichsweise überschaubar: Mit ihr lassen sich die verfügbaren Ausgaben durchblättern und kaufen. Gekaufte Ausgaben werden heruntergeladen und können anschließend gelesen werden. Dabei können die grundsätzlich starren Seiten mit einzelnen multimedialen / interaktiven Elementen angereichert werden.

Klingt eigentlich nicht außergewöhnlich anspruchsvoll.

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MiniDisc: eine Ära geht zu Ende

MiniDisc
Die MiniDisc ist tot

Der März ist vorbei, und die Zeit der MIniDisc auch: Laut Golem sollten die letzten MiniDisc-Anlagen im März in Japan ausgeliefert werden. Medien werden zwar noch eine Weile produziert werden, aber neue Abspielgeräte wird man man dann endgültig nicht mehr kaufen können. Hierzulande geht das ohnehin schon seit langem nicht mehr. Außerdem: wer heute auf seinem modernen Betriebssystem einfach so Musik vom PC auf seine MiniDisc übertragen möchte, der findet keine kompatible Software mehr.

Eigentlich war die MiniDisc schon ziemlich cool, vor allem auch im Vergleich zur unhandlichen CD. Heute allerdings scheint das Medium wirklich überflüssig. Seit mittlerweile mehr als zehn Jahren (huch!) gibt es schließlich schon MP3-Player für den Massenmarkt. Die sind nochmals kleiner und handlicher als die MD, bieten deutlich mehr Speicherkapazität (es müssen keine Discs mehr gewechselt werden!) und sind in der Regel nicht durch DRM künstlich eingeschränkt. Heute ist praktisch in jedem Handy ein solcher MP3-Player integriert – und jedermann besitzt ein Handy.

Die verschiedenen Cloud-Streaming-Dienste sind noch vergleichsweise neu, machen nun aber selbst das Übertragen von Musik und Playlisten auf mobile Geräte überflüssig. Zumindest theoretisch kann mittlerweile überall via PC, Tablet oder Smartphone auf seine Musiksammlung inklusive Bewertungen, Playlists usw. zugreifen, allein die passende Software (bei Google und Amazon reicht ein Web-Browser) und die persönlichen Login-Daten sind notwendig. Wer wollte da noch minuten- oder stundenlang Musik auf rasselnde Scheiben übertragen?

Frühling in Norddeutschland

Frühling in Norddeutschland

Nein, das ist kein Aprilscherz. Dieses Bild ist jetzt etwas über eine Woche alt, mittlerweile sind Frühlingsanfang und Ostern (fast) vorüber, nur der Schnee, der ist noch nicht ganz Weg. Dabei hatten wir uns das ganz anders vorgestellt: zu Ostern schön auf der Terrasse frühstücken, am langen Wochenende vielleicht sogar den Grill anschmeißen. Nichts da. Aber so ist das eben ab und zu, bei uns in Norddeutschland.

Wir kamen aus dem Monopol

Der Autor Malte Welding schreibt unter dem Titel „Wir kamen aus dem Monopol –Warum Telekommunikation in Deutschland fast grauenhaft ist“ wunderbar darüber, warum es Telekom-Unternehmen in Deutschland unmöglich ist, ihre Privatkunden zufrieden zu stellen.

Meine kurzen Anmerkungen dazu: Ich habe mehrfach und bei unterschiedlichen Anbietern ähnlich katastrophale Erfahrungen gemacht. Der Höhepunkt: Anscheinend haben meine Vermieter erst im letzten Jahr festgestellt, dass ihr DSL-Anschluss auf eine unmögliche „Geschwindigkeit“ gedrosselt ist, seitdem ich vor drei, vier Jahren ein Problem mit meinem Anschluss hatte – die Ursachen lagen aber in der TAE-Dose und waren mit einem schnellen Austausch erledigt. Dass mein Anschluss so lange auf 1,5MBit gedrosselt war, bis ich den Anbieter gewechselt habe (anders war es nicht möglich, diesen Irrtum zu beheben!), war mir ja bewusst. Dass es auch die Vermieter betrifft, war neu. Auch hier ist die einzige Lösung ein Anbieter-Wechsel. Und warum? Weil man nicht an der Hotline vorbeikommt, und die Hotline weder bereit noch in der Lage ist, dem Kunden weiter zu helfen. Die hören sich zwar an, was da so alles passiert ist in monatelangen Kämpfen; mit ihren Standard-Fragebögen kommen sie allerdings auch nicht weiter und sind offensichtlich nur erleichtert, wenn der Kunde endlich das „Gespräch“ beendet.

Außerdem: Wir haben in Deutschland noch ganz andere Probleme im Telekommunikationsbereich. Als ich im vergangenen Sommer meine Schwester besucht habe, glaubte ich zu spinnen: Weder über den Festnetzanschluss noch über Mobilfunk war an eine vernünftige Internetnutzung zu denken. (Was wären wir über 1,5MBit froh gewesen!) Und das im SAP-Einzugsgebiet, sozusagen einem Hightech-Standort in Deutschland! Es wäre einem SAP-Mitarbeiter, der in dem selben Ort wohnt wie meine Schwester, nicht einmal möglich, von zu Hause aus per Remote Desktop zu arbeiten. Weil wir es in Deutschland trotz Telekom-Regulierung politisch nicht durchgesetzt bekommen, gewisse Mindestversorgungen vorzuschreiben. Das ist doch lächerlich.

Und zuletzt: Als es noch die Komtel gab, bevor dieser kleine Anbieter von der Versatel geschluckt worden ist, da habe ich zuletzt wirklich positive Erfahrungen mit einem Telekom-Anbieter gemacht. Damals(TM) konnte man noch so richtig vernünftig mit den Hotline-Mitarbeitern reden. Weil diese Ahnung hatten, wovon sie reden, und weil sie den Anrufer ernst genommen haben. Das waren noch Zeiten. Und wenn ich anfange, so zu reden, glaube ich, ich werde alt …

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