Das Internet ist voll von Arschlöchern

Linux-Entwickler Lennart Poettering hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie der Systemkern aufgebaut sein sollte – und erhält dafür aggressive Reaktionen von Beleidigungen bis hin zu Todesdrohungen. Anita Sarkeesian kritisiert Sexismus in Computerspielen – und bekommt dafür das gesamte Spektrum an Widerlichkeiten ab, die man sich nur vorstellen kann. Tech-Blogger Sascha Pallenberg blubbert die Autorin Yasmina Banaszczuk auf Twitter ein wenig an; sie meint, er würde sich einen darauf »fappen«, was er höhnisch bejaht – und prompt ergießt sich über »Palle« per Twitter und Facebook ein riesiger Kübel aus Anfeindungen, Sexismus-Vorwürfen und Beschimpfungen. Was diejenigen, die meinen, ihn verteigen zu müssen, mindestens ebenso geschmacklos beantworten.

Emma Watson hält in ihrer Rolle als UN-Sonderbotschafterin für die Rechte von Frauen eine vielbeachtete Rede vor der UN-Versammlung – und wird dafür heruntergeputzt, beschimpft, lächerlich gemacht. Von allen Seiten, also nicht nur von den »bösen Maskus«, sondern auch von Feministinnen.

Mit der Piratenpartei hat sich sogar eine ganze Partei über all den Hass, der da über Twitter, Blogs und andere Kanäle ausgeteilt worden ist, selbst zerlegt. Ganz gleich, ob jetzt Anke Domscheit-Berg, Udo Vetter, Sebastion Nerz, Julia Schramm, Stefan Körner oder jeder andere auch: Diejenigen, die in der Partei etwas zu sagen hatten oder etwas sagen wollten, mussten sich darauf einstellen, pausenlos »mit Scheiße beworfen« zu werden.

Beispiele für eine Hass-Kultur im Internet gibt es viele. Das Internet (und zwar speziell Blogs) könnte(n) so ein toller Ort sein, um sich auszutauschen und um zu debattieren, um seinen Horizont zu erweitern. Filter-Bubbles, ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken, Missionierungsdrang und Verbohrtheit bis hin zu ungehemmtem Hass machen das alles leider ziemlich kaputt.

Während die Frage, was manche Menschen denn so antreibt, wahrscheinlich nicht beantwortet werden kann, kann man sich – als Twitter-Nutzer, als Blogger, als Autor oder was auch immer – selbst die Frage stellen, wie man damit umgehen soll. Angestoßen von einem Text von Das Nuf (der Text enthält wiederum Links zu weiteren lesenswerten Beiträgen) scheint sich aktuell so etwas wie eine ernsthafte Debatte über dieses Thema zu entwickeln. Allein: mir fehlt der Glaube, dass diese gutgemeinten Texte tatsächlich etwas an der Diskussions- und Hass-Kultur im Internet ändern können.

Neue Software: agGaps für Android

agGaps

So, es gibt neue Software von mir. Dieses Mal ein kleines, aber feines Kartenspiel für Android-Tablets. (Technisch gesehen läuft es natürlich auch auf jedem Handy, aber dann wird es unspielbar klein …)

Eigentlich war das Ganze eher ein kleines Experiment für mich, wollte ich mich doch ein wenig in die Web-App-Entwicklung mit Hilfe von Cordova und Netbeans einarbeiten. Das Spiel ist eine Portierung bzw. Überarbeitung einer Uralt-Umsetzung, die ich bereits vor über zehn Jahren (also lange Zeit vor HTML5 :-)) angefertigt hatte. Für meine damalige Freundin übrigens. Na ja.

Mir persönlich macht das Spielprinzip jedenfalls immer noch Spaß; vielleicht findet ja auch noch der eine oder andere Besucher Gefallen daran. Für Kritik, Anregungen und dergleichen bin ich wie immer dankbar.

Zum Spiel

Bäcker auf Dänisch

Laid Back, Bakerman

You got to cool down
Take it easy
You got to cool down, relax
Take it easy
Slow down (slow down) relax (relax)
It’s too late to worry
Slow down (slow down)
Take it easy
Take it easy
Take it easy

Apple Watch?!

Den mit Abstand besten Kommentar zur gestern vorgestellten (aber dann doch erst frühestens(!) im kommenden Jahr verfügbaren) Apple Watch habe ich bei Peter Moulding gelesen.

Ich persönlich würde die Apple Watch zwar nicht ganz so negativ bewerten; das vorgestellte Device ist aber nun wirklich alles andere als eine neue Revolution. Sowohl beim Design als auch bei der Funktionalität hätte ich mir (anders als etwa von Samsung) von Apple sehr viel mehr Neues bzw. Ansprechenderes versprochen. Und preislich ist sie – typisch Apple – auch nicht sehr attraktiv. Ich habe nun die in meinen Augen sehr viel schickere Moto 360 vorbestellt, die hoffentlich zeitnah (also im Oktober?) geliefert werden kann. Obwohl ich glaube, dass es noch so zwei bis drei Gerätegenerationen dauert, bis die Smartwatches wirklich alltagstauglich werden.

Phablets

Leider habe ich in meinem näheren Umfeld keinen echten »Hardcore-Apple-Jünger« mehr, aber es wäre schon interessant gewesen, wie mir diejenigen, die noch vor wenigen Jahren – als ich mir das erste Galaxy Note mit einer damals unglaublich großen Bildschirmdiagonalen von 5,3 Zoll gekauft habe – von den wahnsinnigen Vorteilen eines 3,5 Zoll großen Displays geschwärmt haben, heute erklären, warum seit genau gestern abend Bildschirmgrößen jenseits der 5 Zoll das Maß aller Dinge sind und iPhone-Besitzer (anders als angeblich seinerzeit die Samsung-Nutzer) trotzdem keine Daumen-Prothesen benötigen.

Der sehr geschätzte Lukas Mathis (»Designed for Use«) hat zu diesem Thema auch ein paar lesenswerte Gedanken aufgeschrieben.