Herbst

Herbst. Sonst nichts weiter.

Herbst

Ein von André Gewert (@agewert) gepostetes Foto am

Herbst (2)

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Eine App wie für mich gemacht

Beim Postillon: Neue App ruft automatisch bei Ex an, sobald man betrunken ist

(Ich glaube allerdings, es ist wirklich schon eine ganze Weile her, dass ich so einen Mist gemacht habe :-))

Internet-Abhängigkeit

Wenn die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, wieder einmal vor Online-Sucht und Internet-Abhängigkeit warnt, dann hat sie wahrscheinlich etwas anderes vor Augen, als die Abhängigkeit, die ich in den vergangenen Tagen feststellen musste, nachdem meine o2-Box sang- und klanglos abgeraucht ist.

Mal schnell eine Online-Überweisung machen, eine wichtige E-Mail schreiben, Fernsehen über Zattoo (weil ich im Schlafzimmer ansonsten keinen Fernseh-Empfang habe), Musik hören über Spotify oder einen einfachen Radio-Stream anmachen: all das ging dann eben nicht mehr.

Vor 15 Jahren habe ich angefangen, E-Mails auf dem Handy zu lesen (während Kanzlerin Merkel der Meinung ist, sie habe sich vor noch vor zehn Jahren keine Gedanken über die Digitalisierung machen müssen!), an die letzte Überweisung am Automaten oder am Schalter kann ich mich nicht mehr erinnern. Natürlich bin ich abhängig vom Internet — hierbei von einer Sucht zu reden, wäre allerdings ähnlich sinnvoll wie die Aussage, ich sei stromsüchtig oder krankhaft warmwasserabhängig.

Weil man heute in der Regel von seinem DSL-Provider keine Zugangsdaten mehr mitgeteilt bekommt (seit August dieses Jahres sollte das für Neukunden tatsächlich wieder anders sein), gestaltet sich bei mir der Austausch des Modems / Routers etwas schwieriger als ich gedacht hatte.

Aber anders als vor ein paar Jahren, als ich mein T610 als Notfall-Modem genutzt habe, ist es heute mit LTE und flexiblen Tages-Flatrates oder hinzubuchbarem Traffic sowie WLAN-Hotspots, die jedes noch so günstige Smartphone aufmachen kann, ist es heute deutlich leichter, ein paar Tage ohne Festnetz-Internet zu überbrücken.

Auf das Austausch-Gerät warte ich allerdings noch immer.

Always On My Mind

Maybe I didn’t hold you
All those lonely, lonely times
I guess I never told you
I am so happy that you’re mine
Little things I should have said and done
I just never took the time
You were always on my mind
You were always on my mind

Deine Schulpolitik ist im irgendwie Arsch, wenn …

… von Regierungsseite aus die Investition von 5 Milliarden Euro in die Digitalisierung von Schulen angeregt wird – und es von Leherverbänden und Gewerkschaften Widerstand und Protest gibt.

In Deutschland kann man noch immer den Eindruck bekommen, der Umgang mit Rechnern, Smartphones und Internet sei etwas irgendwie Verwerfliches, Unmoralisches und Schädliches (Manni Spitzer ist ein prominentes und ebenso trauriges Beispiel für diese Haltung) und nicht etwa eine längst alltäglich gewordene Kulturtechnik – und auch in der Arbeitswelt seit langem eine essentielle Fähigkeit.

(An dieser Stelle könnte ich mich sehr ausführlich über Kollegen und Kolleginnen auslassen, die zwar seit Jahren oder Jahrzehnten an einem reinen »Bildschirm-Arbeitsplatz« tätig sind und trotzdem nicht einmal benennen könnten, welche unterschiedlichen Software-System sie da bedienen oder was der Unterschied zwischen Intranet und Internet ist. Aber das erspare ich mir lieber.)

Ein gutes Beispiel für die merkwürdige Kritik an den aktuellen Plänen von Bildungsministerin Wanka ist eine Aussage von Josef Kraus, dem sicherlich junggebliebenen 67-jährigen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes:

Gerade sozial schwache Schüler müssen lesen, lesen, lesen - und zwar das gedruckte Wort.

Ich möchte wirklich einmal wissen, wo die Idee herkommt, das geschriebe Wort sei auf Papier wertvoller oder wahrhaftiger als auf einen TN-Panel. Das ist eine Aussage, die etwa Zeitungsverleger hervorbringen, wenn es um das vermeintliche »Schutzbedürfnis« von gedruckten Zeitungen geht.

Auf der Internetseite des NDR habe ich einen Kommentar von H. Engelhardt gefunden, der ein schönes Fazit formuliert, und den ich deshalb hier in Gänze wiedergebe:

Die Schüler von heute werden für das Jahr 2030 ff. ausgebildet, nicht für 1980. Sie müssen lernen, verlässliche Quellen im Internet von zweifelhaften zu unterscheiden, was ein Plagiat ist und wie man die gefundenen Informationen miteinander abgleicht und sinnvoll kombiniert. Ja, das ist anders als früher. Und daher sind Computer an Schulen dringend notwendig. Und auch die Lehrer sollten ihre Scheuklappen ablegen - gestern Abend hat die Englischlehrerin tatsächlich den Kauf eines Wörterbuchs empfohlen. Im Jahr 2016. Ich konnte es nicht fassen. Bitte, liebe Lehrer, habt keine Angst vor der Zukunft. Sie kommt sowieso. Und das Internet geht auch nicht wieder weg.

Wenn wir aber weiterhin unsere Kinder und Jugendlichen versuchen, vor der Digitalisierung des Alltags abzuschotten und »zu schützen«, dann brauchen wir uns auch nicht darüber zu wundern, dass IT-Berufe zumindest in Deutschland nicht ihr Nerd-Image loswerden und nach wie vor kaum junge Frauen in diese Berufe einsteigen wollen.