Weblog-Archiv
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Netzneutralitot
Vor ein paar Jahren ging eine Grafik durch das Netz, die das vermeintliche zukünftige Geschäftsmodell der Telekom-Konzernen zeigte: Neben einer „Basis-Flatrate“ sollte die Nutzung verschiedener wichtiger Internet-Dienste eine zusätzliche Monatsgebühr kosten. Mit dabei natürlich beliebte Dienste wie Youtube, Facebook, Twitter, Tumblr und so weiter.
Nun wagt die Telekom den ersten Schritt in diese Richtung: Ab Mai sollen bei Neukunden DSL-Flatrates nach dem Vorbild der mobilen Datentarife nach einem verbrauchten festen Datenkontingent auf eine fast unbrauchbare Geschwindigkeit gedrosselt werden. Begründet wird das als „Notwenigkeit“, um die Netzqualität nicht unter wenigen Vielnutzern leiden zu lassen und andererseits überhaupt den weiteren Netzausbau finanzieren zu können. Nun könnte man das tatsächlich so stehen lassen, wenn das die ganze Wahrheit wäre.
Magazine lesen auf Android-Geräten: eine Enttäuschung
Was haben die deutsche Wired, der Stern, CHIP und der Elektrospieler gemeinsam? Sie alle kann man in einer Digital-Ausgabe auf seinem Android-Gerät lesen. Und: ihre Apps basieren alle auf der gleichen, miesen Software.
Die Software um ein E-Magazin herum ist eigentlich vergleichsweise überschaubar: Mit ihr lassen sich die verfügbaren Ausgaben durchblättern und kaufen. Gekaufte Ausgaben werden heruntergeladen und können anschließend gelesen werden. Dabei können die grundsätzlich starren Seiten mit einzelnen multimedialen / interaktiven Elementen angereichert werden.
Klingt eigentlich nicht außergewöhnlich anspruchsvoll.
Aufräumen
So. Neues Jahr, neues Glück. OK, ich bin etwas spät dran, schließlich ist der Januar auch schon wieder fast vorbei. Und dennoch. Es ist wieder einmal Zeit, Blog-technisch aufzuräumen. Und zwar auf zwei Seiten: In welche Richtung möchte ich mit meinem eigenen Blog, das in sein zehntes Jahr geht, eigentlich hin? Und was erwarte ich von anderen Blogs bzw. was möchte ich persönlich überhaupt lesen?
Crapware auf dem PC, Crapware auf dem Handy, Crapware überall
Wer sich einen neuen PC kauft, kennt das: Der „frische“ Rechner ist vollkommen überfrachtet mit Demoversionen, die zum Kauf auffordern, ärgerlichen Werbeanwendungen und nutzlosen Tools. „Crapware“ nennt man das ganz passend. Für die PC-Hersteller lohnt sich das, weil sie für diese Software-Installationen etwas Geld einspielen, für die Anwender dagegen stellen sie üblicherweise nicht mehr als einen ärgerlichen Haufen Müll dar.
Heuchler

By Никита Капранов (Фотография взята с сайта http://mime.сom.ua)
[CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons
Was bisher geschah: Die deutschen Presseverlage (nicht alle) nutzen seit Jahren ihre Meinungsmacht, um Stimmung gegen Google und dessen „Raubrittertum“ zu machen. Dabei bedient man sich gerne und zahlreich an Lügen, Unwahrheiten und Übertreibungen, Dramatisierungen und Dämonisierungen.[1] Ihr Ziel: Links auf Verlags-Webseiten sowie die Verwendung von Snippets daraus per Gesetz lizenzpflichtig zu machen, um ein wenig Anteil zu haben am Erfolg des „großen Parasiten“ Google.
In der vergangenen Woche hat das Unternehmen Google – das natürlich nicht mit einem Leistungsschutzrecht einverstanden ist und zu recht darauf verweist, dass einerseits die Verlinkung als auch die Verwendung von Snippets (nicht nur) deutschem Recht entspricht und andererseits jeder Webseitenbetreiber die Möglichkeit besitzt, seine Inhalte vollständig oder teilweise von einer Indexierung auszunehmen – seinerseits eine Kampagnenseite gestartet.
Die Empörung in der Presse war erwartungsgemäß genau so groß wie verlogen: Google würde seine Reichweite schamlos missbrauchen, um eigene politische Ziele durchzusetzen und sei dabei doch selbst die größte Gefahr für die Pressefreiheit!
Nun hat der Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) eine groß angelegte Kampagne der deutschen Zeitungen angekündigt: „Mit Anzeigen, Plakaten und Spots wolle die Branche die Stärken der Zeitung als universales Qualitätsmedium in einer digitalen Medienkultur stärker im Bewusstsein verankern.“ (Quelle: Heise online)
Da stellt sich natürlich die Frage, was die angekündigte Kampagne denn anderes sein soll als der klare Missbrauch der eigenen Meinungsmacht und Reichweite. Und eine weitere Frage: Womit will die kommende Kampagne so unerträgliche (und mit Unwahrheiten gespickte) Artikel wie diesen (Braunschweiger Zeitung) oder diesen (FAZ.net) noch toppen?
Für mich steht eines fest: Wenn ich in einer der von mir abonnierten Zeitungen einen Beitrag auf dem Niveau des verlinkten Interviews aus der Braunschweiger Zeitung lesen muss, geht in genau dem Moment auch schon die Kündigung heraus. Das mögen die betreffenden Zeitungen überleben. Aber: Journalismus auf diesem Niveau macht sich selbst überflüssig.
[1] Der Journalist Stefan Niggemeier hat in seinem Blog dazu einiges Interessantes geschrieben.
Die Tageszeitungen werden sterben – mit oder ohne Leistungsschutzrecht

Google fordert auf: Verteidige Dein Netz!
Die These: Die gedruckte Tageszeitung wird in überschaubarer Zeit, also vielleicht in zehn, vielleicht auch in 20 Jahren, sterben. Zugegeben: sie wird nicht vollends sterben. Die Tageszeitung mag irgendwann noch so alltäglich sein wie Kutschen auf unseren Straßen oder wie es das Tragen von Hüten heute noch ist.
An die Frauen: macht doch auch mal was mit Programmieren!
In der aktuellen Ausgabe des Freitag findet sich ein kurzes Interview mit Fatma Batur (hier online zu lesen), die nicht nur Mathematik und Informatik studiert hat, sondern in ihrer Masterarbeit auch gezielt die unterschiedlichen „Einstellungen von deutschen und türkischen Schülerinnen gegenüber dem Studiengang Informatik“ untersucht hat. In der Türkei, so heißt es in der Einleitung zum Interview, sei der Frauenanteil in IT-Berufen deutlich höher als in Deutschland.
Frau Batur sieht hierfür vor allem ein zentrales Problem:
Der Mann meint es ernst: Lizenzpflicht für Pocket und Flipboard

Im Bild: lizenzfreie Lesezeichen
Natürlich haben alle Google im Sinn, wenn über das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverlage geredet wird. Springer-Außenlautsprecher Christoph Keese hat dagegen immer wieder betont, dass das Vorhaben sich selbstverständlich nicht direkt oder nicht nur gegen Google richte. Andeutungen in Richtung von Feed-Readern und ähnlicher Software gab es häufig; jetzt hat Keese ganz konkret skizziert, wie er sich das vorstellt:
Schutzrechte in Absurdistan

Bildquelle: pixbay.com
Zwanzig Jahre lang galt im Internet ein Link auf die eigene Seite als wertvoll. So wertvoll, dass Seitenbetreiber zu Hauf (gerne auch unseriöse) Suchmaschinenoptimierer bezahlt haben und kostenpflichtige „Link-Tausch“-Angebote in Anspruch genommen haben.
In dieser Woche nun hat die Regierungskoalition einen ersten Referentenentwurf zum von einigen Verlagen so vehement geforderten wie vom Rest der Industrie strikt abgelehnten Leistungsschutzrecht für Presseverlage vorgelegt. Sollte er Gesetz werden, hätte das weitreichende Folgen.
500 Dollars?!
Tja. Das, was Steve Ballmer in dem oben gezeigten Video erzählt, nennt man wohl eine klassische Fehleinschätzung. Nicht nur, dass sich – auch im Business-Bereich – die Nutzer daran gewöhnt haben, keine physische Tastatur mehr am Handy zu haben, nein, mittlerweile lautet die UVP für das aktuelle Windows-Phone-Flaggschiff Nokia Lumia 900 auch satte 579,- Euro. Ach ja. Vom Zune übrigens redet auch niemand mehr.